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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue46.2012 (Rights reserved)

Themen Erschließung 394 Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 5 ist von sogenannten „Kataloganreicherungen“.17 Kataloganreicherungen sind Ele- mente, die die bibliografischen und sachlichen Beschreibungen, die ein Katalog- eintrag enthält, um weiteres Material ergänzen. Dieses Material ist gewöhnlich aus dem Medium oder aus anderen Quellen gewonnen und in einem mechanischen Verfahren in den Katalogeintrag integriert. Beispiele sind etwa Inhaltsverzeichnis, Klappentext oder Rezension, die den Katalogeintrag „anreichern“.18 Betrachten wir daher als zweites Beispiel den Fall der Anreicherung mit dem Inhaltsverzeich- nis eines Sammelbandes mit mehreren Aufsätzen unterschiedlicher Verfasser. Ist das Inhaltsverzeichnis im Katalogeintrag des Sammelbandes enthalten, dann leistet es dasselbe, wie wenn ein Bibliothekar das Inhaltsverzeichnis „erfasst“, das heißt: regelgerecht formal erschlossen hätte. Der Bibliothekar hätte damit einen Beitrag zur Formalerschließung des Mediums geleistet, also liegt es auf der Hand zu sagen, dass die Kataloganreicherung in diesem Fall dasselbe tut. Zugleich teilt das Inhaltsverzeichnis dem Nutzer aber etwas über den Inhalt des Bandes mit, das auch „auf der Grundlage des Inhalts“ entstanden ist und zudem den Inhalt deutlich genauer und ausführlicher beschreibt, als es die zusammen- fassende sachliche Erschließung des Sammelbandes durch den Bibliothekar tun kann. Die Kataloganreicherung eines Sammelbandes durch das Inhaltsverzeichnis ist daher – wie das Element Sachtitel im ersten Beispiel – mit einigem Recht sowohl 17 Als Überblick zum Thema vgl. die informationswissenschaftliche Diplomarbeit: Löhrer, Sabina, Kataloganreicherung in Hochschulbibliotheken. State of the Art. Übersicht und Aussichten für die Schweiz (Churer Schriften zur Informationswissenschaft. Arbeitsbereich Informationswissenschaft; 15), Chur 2007 , und zuletzt Diedrichs, Rainer; Hauer, Manfred, Katalog- anreicherung in Europa, in: BuB 62 (2010) 5, 394–397. Diedrichs / Hauer sind allerdings zu großzügig in ihrer Definition: „Einfach gesagt, umfasst Kataloganreicherung alles was über die bisherigen Katalogregeln und Katalogkarten hinausgeht und der Suche, Navigation und Information des Benutzers dient“ (sic), so S. 394. Nimmt man dies terminologisch ernst, hätten sogar schon Regeländerungen Kataloganreicherungen zur Folge! 18 Häufig werden diese zusätzlichen Inhalte verlinkt. Im Sinne der hier verwendeten Begrifflichkeit wären sie selbst damit kein Element des Katalogeintrags, sondern nur der Link. Für die Argumentation ist dies aber belanglos, da statt eines Links auch der volle Text in den Katalogeintrag aufgenommen werden könnte, und da ohnehin idealerweise die Textdaten in die Suchfunktion des Katalogs integriert werden. D.h., auch ein verlinktes Inhaltsverzeichnis, das als texterkanntes PDF vorliegt, wird in die Suche einbezogen und erfüllt damit die Funktion, „Zugang zum“ Medium zu verschaffen.
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