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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 46.2012 (Rights reserved)

Digitale Bibliothek Themen Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 5 383 Die Musikbranche hat in den vergangenen Jahren einen teilweise hoffnungslos anmutenden Kampf gegen illegale digitale Kopien geführt. Viele Unternehmen mussten durch illegale Nutzungen starke wirtschaftliche Verluste hinnehmen. Doch ist dieses nur die eine Seite. Die andere ist, dass der Bedarf nach digitaler Musik, nach einfach und unkompliziert herunterladbaren Titeln darin zum Aus- druck kommt und dass dieser Bedarf unzureichend durch legale Angebote ge- deckt werden kann. Hieran wird deutlich, dass, wie bereits angesprochen, in den vergangenen Jahren in der Diskussion um die Digitalisierung vor allem die techni- sche Entwicklung in den Blick genommen wurde und weniger betrachtet wurde, wie attraktive Inhalte bereitgestellt werden können. Investitionen in Plattformen zur legalen Verbreitung von Inhalten sind also dringend erforderlich. Und noch ein anderer Verteilungskampf hat durch die Digitalisierung neue Dy- namik gewonnen. Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland steht dem privatwirtschaftlich organisierten Printbereich der öffentlich-rechtliche Rundfunk gegenüber. Dieses duale System war von den Besatzungsmächten installiert wor- den. Nicht zuletzt sollte dieses System dazu beitragen, dass eine Gleichschaltung von Presse und Rundfunk, wie im Dritten Reich geschehen, nicht mehr möglich sein sollte. Mit der Einführung des privaten Rundfunks kam ein weiterer Mitspieler hinzu, wo- bei insbesondere die privaten Radioanstalten zu einem großen Teil Gründungen von Zeitungsverlagen waren. Der privatwirtschaftliche Rundfunk machte es er- forderlich, dass die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks konkretisiert wurden. Dazu dienten die inzwischen mehrfach novellierten Rundfunkstaatsver- träge. Indem das Internet in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen hat, wurde es auch für verschiedene Medienanbieter immer wichtiger im Internet präsent zu sein und für die Nutzer attraktive Angebote an Inhalten bereitzuhalten. Die öffent- lich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben ihr Angebot kontinuierlich ausgebaut und sind damit den Anforderungen der Nutzer gefolgt, die Informationen online abrufen wollen. Im Unterschied zur privatwirtschaftlich organisierten Presse und den privat-kommerziellen Rundfunkanstalten konnten sie diese Investitionen aus ihrem Budget bestreiten und mussten kein wirtschaftliches Risiko eingehen. Die privatwirtschaftlichen Medienunternehmen mussten demgegenüber in einen Markt investieren, bei dem noch unklar war, ob es sich rentiert. Entsprechend wenige hochwertige Angebote von privatwirtschaftlichen Medienunternehmen gibt es daher im Internet. Kernkonflikt der Debatte um den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag war daher im Jahr 2008 die Frage, welche Angebote die öffentlich-rechtlichen Rundfunkan- stalten im Internet machen können und welche nicht. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist bestrebt, seine Angebote auszuweiten, nicht zuletzt um weiterhin
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