Path:
Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 46.2012 (Rights reserved)

Ausland Themen Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 5 355 wie moderierte Konversationskurse an, bei denen sich Menschen mit nicht deut- scher Muttersprache in der Bibliothek treffen, um in lockerer Atmosphäre Deutsch zu lernen. Gerade durch die Ermöglichung solcher interkulturellen Begegnungen, in dem man Räume und entsprechende Ressourcen zur Verfügung stellt, bleibt die öffentliche Bibliothek als physischer Ort auch in Zukunft relevant. Mittels inter- kultureller Bibliotheksarbeit können öffentliche Bibliotheken ihre Bedeutung im digitalen Zeitalter ausbauen, denn die zunehmende weltweite virtuelle Vernet- zung fördert die Mobilität der Menschen und verstärkt Zuwanderung, was wie- derum den Bedarf an multilingualen, interkulturellen Angeboten und konkreten Orten, wo man sich treffen und Sprachen aktiv erlernen kann, erhöht – zumal ge- rade Bibliotheken für neu ankommende Immigranten oft der erste Anlaufpunkt sind: „Die Bibliothek der Zukunft muss sich nicht nur mit dem veränderten Me- dienkonsum, sondern auch mit jenen Aspekten des sozialen Wandels, die sich aus der Zuwanderung ergeben, auseinandersetzen. […] Als Einrichtungen mit niederschwelligem Zugang erzeugen Büchereien weniger Berührungsängste als andere öffentliche Institutionen und bergen daher ein großes Potenzial als Orte der Integration.“7 Flexibilität: das College-Prinzip Die räumliche, inhaltliche und organisatorische Struktur der Bibliothek ist flexi- bel veränderbar. Grund dafür ist, dass man sich bei dem Umzug in den Neubau für eine Struktur entschieden hat, die an das Konzept der fraktalen Bibliothek angelehnt ist: das College-Prinzip. Das bedeutet, dass die Fachbereiche, der Ge- schäftsgang und die Benutzung dezentral über sog. Colleges organisiert sind, die unabhängig voneinander arbeiten. Insgesamt gibt es in der Hauptbücherei sechs Colleges (Themenbereiche, Fachbereiche, Interessenskreise, Lernatelier u.ä.).8 Je- dem College ist ein Team von Bibliothekaren zugeordnet (zwischen 5 und 9 Mit- arbeitern). Gemäß dem Rotationsprinzip übernehmen alle Teammitglieder nicht nur Tätigkeiten im Back-Office-Bereich, sondern auch Dienste an der zentralen Verbuchungstheke sowie Auskunftsdienste an der Info-Theke im jeweiligen Col- lege. Die interne Arbeitsverteilung erfolgt dabei nach inhaltlichen Kriterien und nicht nach Medienart oder Tätigkeit. Das College-Prinzip ist zudem das Gliede- 7 Beate Wegerer: Büchereien für alle. Interkulturelle Angebote bei den Büchereien Wien. In: PERSPEKTIVEN. Büchereien Wien – Multiversum für alle. Wien: H. 4/5 (2011), S. 59. 8 Die Colleges orientieren sich an den Inhalten und nicht an den Medienarten: College 1 Literatur und Sprache, College 2 Lokal-Regional-Global (Freizeit, Reisen, Geografie u.a.), College 3 Standpunkt (Philosophie, Politik, Psychologie u.a.), College 4 Kirango, der Kinderplanet (Kindermedien), College 5 Kunstraum (Musik, Kunst, Theater, Tanz, Film, Architektur), College 6 Know How (Technik und Naturwissenschaften);
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.