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Volume Heft 3/4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue46.2012 (Rights reserved)

Bibliotheken Themen Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 3/4 185 ten Schlagwortkatalog und eine verbesserte systematische Gruppenaufstellung nebst Katalog. Schneiders rege Publikationstätigkeit im Dienste der Bibliothek und seine inten- sive Beschäftigung mit Lessing führten dazu, dass dessen Namen endlich wieder im Zusammenhang mit der Wolfenbütteler Bibliothek erwähnt wurde. Schneider eröffnete 1924 eine Dauerausstellung zum Andenken Lessings, die, erstaunlich genug, zum ersten Mal in Wolfenbüttel eine Sammlung von Lessingiana der Öf- fentlichkeit zeigte. Die positive Entwicklung, die die Bibliothek unter der Leitung Heinrich Schneiders nahm, wurde durch ein Ereignis abgebrochen, das erhebliche Konsequenzen für die Bibliothek nach sich ziehen sollte. Schneider quittierte den Dienst und nahm einen Ruf nach Lübeck an. Damit verlor die Bibliothek einen Mann, der sich spä- ter in der Emigration und in seiner neuen Heimat, den USA, zu einem der bedeu- tendsten Lessingforscher seiner Zeit profilieren sollte. Stiftungsjahre 1925 trat das Gesetz über die Errichtung einer Museums- und Bibliotheksstiftung in Kraft. Nach diesem Gesetz wurden das Herzog Anton Ulrich Museum in Braun- schweig und die Landesbibliothek einer Stiftung unterstellt, die aus Streitigkeiten zwischen dem Herzoghaus und dem Freistaat Braunschweig entstanden war. Die Stiftung wurde de facto in den 1950er Jahren, de jure aber erst 1970 aufgehoben. Diese Stiftung war durch zwei wesentliche Merkmale geprägt: 1. sie hatte kein Geld; 2. sie hatte offenbar kein besonderes Interesse an ihrer Bibliothek. Warum die Stiftung sowohl unter der nationalsozialistischen Herrschaft wie auch im neuen Bundesland Niedersachsen zunächst nicht aufgehoben wurde, erläu- terte 1978 dem Verfasser diese Beitrags gegenüber der ehemalige Landesheimat- pfleger Werner Flechsig in einem langen, aufschlussreichen Brief. Demzufolge wollte der nationalsozialistische Ministerpräsident Dietrich Klagges, der sich mit Hannoveraner Parteigrößen heftig befehdete, die Bibliothek davor schützen, im Zuge von großen Verwaltungsreformen, die von Hitler für die Zeit nach dem ge- wonnenen Krieg auch im Zusammenhang mit der neu entstehenden Großstadt Salzgitter geplant wurden, nach Göttingen oder gar (horribile dictu!) nach Hanno- ver abtransportiert zu werden. NS- und Nachkriegszeit Nachdem Heinrich Schneider unter Protest die Bibliothek verlassen hatte, wurde Wilhelm Herse Direktor. Er kam als gelernter Archivar aus der Fürstlichen Biblio-
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