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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue46.2012 (Rights reserved)

Themen Altes Buch 18 Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 1 Ergebnisse des ZLB-Projektes, da vielfach Bücher einer Provenienz auf verschiede- ne Einrichtungen verteilt wurden und es effektiver und effizienter ist, schon ein- mal gewonnene Erkenntnisse nicht erneut erforschen zu müssen. Zudem kann die für eine Rückgabe notwendige eindeutige Identifizierung einer Person oder Kör- perschaft mit den bisherigen Arbeitsmitteln nur für wenige Einzelfälle vorgenom- men werden. Ein manueller Vergleich tausender Namen zwischen verschiedenen Datenbanken und gedruckten Publikationen ist ineffizient und fehleranfällig. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass die Provenienzforschung in Bibliotheken voll- kommen neue Wege der Erfassung, Verzeichnung und Auswertung finden muss. Die bisher vorherrschenden Ordnungssysteme – seien es Zettelkataloge oder Datenbanken – können eher als (zu interpretierende historische) Quellen denn als Arbeitsmittel gesehen werden. Die einzelnen Provenienzhinweise in den Exemplaren (wie Stempel und Autogram- me) sind meist die einzigen Hinweise auf die Eigentümer und müssen deshalb de- tailliert erfasst werden, wobei es hierfür noch keine umfassende Systematik gibt. Der „Thesaurus der Provenienzbegriffe“ (T-Pro)6 bildet eine sehr gute Ausgangs- basis zur Beschreibung von Provenienzzeichen, bedarf jedoch unbedingt einer weiteren Differenzierung und Weiterentwicklung. In seiner aktuellen Version ist der T-Pro nur zur Katalogisierung relativ eindeutiger Provenienzspuren verwend- bar – weder können die so erfassten Daten hinsichtlich bestimmter Eigenschaften analysiert werden, noch ist eine Nachnutzung in anderen Systemen möglich. Ist der einzelne Provenienzhinweis nicht ohne weiteres einer Person oder Körper- schaft zuzuordnen – weil es sich z.B. um eine handschriftliche Nummer handelt oder ein Exlibris nur in Fragmenten erhalten ist – kann dieser mit dem T-Pro nicht mit ausreichender Genauigkeit beschrieben werden. Somit können etwas kom- plexere Fälle, wie sie täglich im Projekt der ZLB bearbeitet werden, mit dem T-Pro nicht gelöst werden (z.B. unscheinbare Nummern, die nur durch ihre Position auf der Seite eine Aussage über die Herkunft zulassen). Diese Erkenntnisse und die sich daraus ergebenden Anforderungen an ein Daten- banksystem übersteigen die IT-Entwicklungsmöglichkeiten eines Einzelprojektes bei weitem. Die Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung7 (AfP) hat mit ihrem Portal, einer webbasierten Kooperationsplattform, bereits ein sehr gutes Instrument für die Kommunikation der Provenienzforscher untereinander geschaffen. Zudem Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/5589 – Förderung von freier und quelloffener Software in Bundesbehörden, insbesondere im Auswärtigen Amt (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/057/1705730.pdf, am 24.11.2011). 6 http://provenienz.gbv.de/T-PRO_Thesaurus_der_Provenienzbegriffe, am 27.11.2011. 7 http://www.afp-ifm.de
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