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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 46.2012 (Rights reserved)

Themen Recht 106 Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 2 Novelle von 1950 Gemeinden verp?ichtet, bestehende Bibliotheken zu unterstüt- zen, gleichgültig in welcher Trägerschaft. Das Gesetz von 1964 bezeichnet Vodosek (ebd.) als „den Kulminati onspunkt der bisherigen legislativen Tätigkeit in bibliothecis“. Eckpunkte darin waren die Verp?ichtung der Gemeinden zum Unterhalt einer Biblio thek und die Festschrei- bung der Unentgeltlichkeit der Nutzung. Darüber hinaus wurden auch die Biblio- theken der P?ichtschulen in das Gesetz eingebunden und abschließend festge- legt, dass bis zum Parlamentsjahr 1969/1970 das Parlament über eine Revision zu be?nden habe (ebd.). Allerdings kam es erst im Jahr 1975 zu einer sogenannten „kleinen Reform”, die aber im Wesentlichen nur dazu diente, die Zuschüsse des Staates zu senken. Grund war die wirtschaftlichen Lage. Zugleich wurde aber von den Parteien beschlossen, das Gesetz in der Legislaturperiode 1977/78 dem Parlament vorzulegen und von 1980 an eine grundlegende Neufassung zu verabschieden (ebd.). Grund für den großzügigen Zeitplan war die 1976 erfolgte Einsetzung einer Biblio- thekskommission, die ein Gutachten zur Situation des däni schen Bibliotheks- wesens erstellen sollte (ebd., S. 258). Auch wurde von der Politik die Notwendigkeit gesehen, das Biblio theksgesetz an die neuen Gegebenheiten der Informationsgesellschaft anzupassen. 1995 veröf- fentlichte das dänische Forschungsministerium2 einen Bericht mit dem Titel „Von der Vision zur Tat. Die Informations gesellschaft im Jahr 2000” (vgl. Johansen 1999, S. 23). Dieser richtete sich an das Parlament und sollte ein politischer Handlungs- plan zur Einführung der Informationstechnologie in Dänemark sein. Auch wenn die Volksbüchereien eigentlich nicht in das Ressort des Forschungsministe riums fallen, sind diese doch in dem Bericht erwähnt und es wird der Wunsch ausge- drückt, „daß die Volksbücherei als wesentlicher Eckpfei ler bei der Organisation und Vermittlung hochkomplexer, multimedialer Informationsströme dienen soll- te” (Johansen 1999, S. 24). Im Jahr 1990 ziehen Thauer und Vodosek (1990, S. 168) zwar eine generell positive Bilanz der Entwicklung des dänischen Bibliotheksgesetzes, kritisieren aber – auch im Hinblick auf die Kürzungen im Jahr 1975 – die Vorstellung vom Bibliotheks- gesetz als „Allheilmittel”: „[A]ber auch Vorgänge in anderen europäischen Ländern wie Dänemark zei- gen, daß ein Gesetz an sich noch keine Garantie für eine positive Entwicklung bedeutet: in Zeiten reichlich ?ie ßender staatlicher Mittel kann es zwar Dyna- mik auslösen, bie tet aber kaum Schutz vor rezessiven Phasen. Insofern es aber in fachlicher Hinsicht Normen setzt, kann ihm auch in Zukunft Notwendigkeit und Bedeutung nicht abgesprochen werden.“ 2 „Ministeriet for Videnskab Teknologi og Udvikling“
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