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Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 46.2012 (Rights reserved)

Notizen 1012 Bibliotheksdienst 46. Jg. (2012), H. 12 Der Besucheransturm zur Besichtigung des Rokokosaals ist ungebrochen. Jedes Jahr besichtigen rund 90.000 Besucher das Haus. Diese Zahl wäre viermal so hoch, wenn nicht denkmalpflegerische Gründe eine Begrenzung der Besucherzahl er- zwängen. Die Termine sind lange im Voraus ausgebucht. Anders als früher kann die Bibliothek durch wechselnde Buchausstellungen im festlichen Renaissance- saal im Erdgeschoss auch Einblick in ausgewählte wertvolle Bestände geben. Zurzeit läuft die Ausstellung „Galilei, Goethe und Co.“. Sie gibt Einblick in die Ent- stehungsgeschichte, Überlieferung und Erforschung der literarischen Gattung der Freundschaftsbücher (Alba Amicorum, Stammbücher). Die achtzig kostbaren Werke werden noch bis zum 10. März 2013 gezeigt. Beim Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek im September 2004 wurden mehr als 50.000 Bände zerstört. 62.000 Bände konnten in der Brandnacht und den Tagen danach aus dem Rokokosaal beschädigt geborgen werden. Die Schäden gliedern sich auf in zwei Gruppen: 34.000 Bände haben Wasser- und Hitzeschäden an den Einbänden, 28.000 Bände weisen Brandschäden an den Papieren auf. Von der ersten Kategorie stehen 31.000 der Benutzung wieder zur Verfügung. 3.000 Einbände sollen planmäßig noch bis 2015 bearbeitet werden. Aus der Gruppe der Bände mit schweren Brand- und Ascheschäden konnten bisher 1.800 Bücher bearbeitet werden. Bei diesen sogenannten Aschebüchern hat das Feuer die Bü- cher in ihrem Äußeren stark angesengt, aber die Texte im Inneren nicht zerstört. In einer Spezialwerkstatt vor Ort wird eine neu entwickelte Technologie für die brandgeschädigte Papiersubstanz, die in der Regel äußerst fragil ist, angewendet. Das Restaurierungsverfahren gewährleistet die uneingeschränkte Bewahrung der Originalsubstanz, der Tinten und Farben. Auch eine private Werkstatt in Bern/ Schweiz arbeitet nach dem patentierten Weimarer Verfahren. Der Abschluss die- ser Arbeiten ist nicht vor 2016 zu erwarten. Seit dem Unglück sind insgesamt 33.000 alte Bücher als Ersatz für verbrannte Titel erworben und in den Bestand integriert worden. Mehr als 13.000 Bände kamen als Geschenk durch Privatpersonen und befreundete Institutionen ins Haus. Das wichtigste Instrument für die Wiederbeschaffung ist die im Internet öffentlich zu- gängliche Verlustdatenbank.
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