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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue45.2011 (Rights reserved)

Recht Themen Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 11 997 nicht ausgeschlossen, was unbestritten zu einer Entqualifizierung im Bestand füh- ren kann. Konkrete Leistungsvorgaben in einem Gesetz wären aber auch zu starr, als dass sie der Dynamik des Bibliothekswesens und der Individualität der Bibliotheksty- pen umfänglich entsprechen könnten. Ratsam wäre vielmehr der Verweis dieser Parameter in eine in die Fläche wirkende und lokal zu entwerfende Bibliotheks- entwicklungskonzeption (BEK). Bis heute konnten durch das Fehlen einer rechts- wirksamen Begriffs- und Zuständigkeitsbestimmung (trotz „best practice“-Er- fahrungen in den Dresdner bzw. den Leipziger Städtischen Bibliotheken) keine regional übergreifenden oder landesweit wirksamen Entwicklungspläne verein- bart werden. Einem leistungsfähigen Bibliothekssystem wurde dadurch auf lange Sicht die Grundlage für nachhaltige Bildungserfolge entzogen, da eine BEK nicht nur die flexibel auf örtliche (demografische, soziale, ökonomische, geo grafi sche) Besonderheiten abgestimmte und prozessorientierte Langzeitanalyse (Bestände, Angebote, Partner) zur individuellen Effizienzsteigerung erlaubt, sondern auch die bessere, weil Ressourcen sparende Koordination und Kooperation von Biblio- theken innerhalb einer Region ermöglicht. In der Umkehr wäre danach die Zusam- menführung der Regionalkonzepte in eine Landes-BEK durchaus vorstellbar, wo- durch ein weiterer wesentlicher Schritt in die Richtung der Leistungsnormierung erfolgen würde, ohne dabei lokale und regionale Besonderheiten zu vernachlässi- gen. Die Grundlage für einen flexibel reagierenden Gestaltungsraum wäre damit geschaffen. Personelles Qualitätsmanagement und Fachstellenarbeit Flexible Gestaltung benötigt aber flexible Gestalter, weswegen an dieser Stelle eine abschließende, das personelle Qualitätsmanagement betreffende Überle- gung stehen soll. Im Bereich der Professionalisierung stehen im Freistaat derzeit besonders die kommunal getragenen Bibliotheken vor einer ernstzunehmenden Herausforderung, denn während die hauptamtliche Betreuung der Hochschulbi- bliotheken durch das „Sächsische Hochschulgesetz“ festgelegt wird10, spielt die Professionalisierung der Öffentlichen Bibliotheken derzeit gesetzlich keine Rolle. Vielmehr findet ge rade im ländlichen und Kleingemeinderaum eine Bewegung hin zur nebenamtlich betreuten Bibliothek statt, die nur noch von ehrenamtli- chem, doch sel ten fachlich vorbereitetem Engagement getragen wird. Bibliotheksprofessionalisierung ist aber Bildungsprofessionali sie rung, was nichts anderes bedeutet, als dass – so wichtig das Ehrenamt für den täglichen Biblio- theksbetrieb auch sein mag – eine verantwortliche Kom pe tenzförde rung im Umgang mit Texten und Informationen nur durch aus- und weitergebildetes Per- 10 Sächsisches Hochschulgesetz, § 93,2.
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