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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue45.2011 (Rights reserved)

Themen Benutzung 970 Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 11 ein statistisches Erfassungsprodukt: die DBS erfasst zwar die Zahl elektronischer ZSS-Abonnements seit 1999 (vgl. Abb. 1), weist aber erst ab 2002 die Ausgaben ge- trennt nach konventioneller und elektronischer Form aus. Der Preisdurchschnitt enthält also bis dahin auch die Ausgaben für elektronische (anfänglich meist Pa- rallel-)Abos. Seitens der Bibliotheken haperte es anfangs mit der getrennten Erfas- sung gewaltig. Und nicht nur anfangs. Der Umfang verwertbarer DBS-Meldungen für elektronische Zeitschriften nähert sich seither – mit einem spürbaren Sprung von 2001 zu 2002 – arg zögerlich dem sonst aus der DBS gewohnten Vollständig- keitsgrad. Gemittelt über den gesamten Berichtszeitraum 1990–2009 ergibt die exponen- tielle Trendberechnung eine mittlere jährliche Teuerungsrate von konventionell 4,9% (= Preisverdoppelung in 15 Jahren). Diese Teuerungsrate trifft – genau betrachtet – im rechten Diagrammteil tatsäch- lich für die gesamten letzten 7 Jahre nur auf die alten 2-Schicht-Universitätsbiblio- theken zu, für die 1-Schicht-Universitätsbibliotheken der alten und neuen Bun- desländer dagegen nur auf die allerjüngsten Jahreswerte. Dies legt den Schluss nahe, dass in alten wie in neuen 1-Schicht-Bibliotheken die Hochpreis-Segmente der wie gewohnt ständig teurer werdenden Print-Abonnements sukzessive ge- kappt wurden. Damit blieb zwar der 1-Schicht-Durchschnittspreis für konventio- nelle Abonnements auf hohem, aber kaum mehr ansteigendem Niveau (Abb. 11a), gleichzeitig entfielen aber mit –47% bis –61% Stornierungsanteil (Tab. 4 im 1. Teil) deutlich größere konventionelle Titelanteile als an 2-Schicht-Systemen mit nur –20%. Inzwischen sind alle drei Universitätsbibliothekstypen bei einem Einheits- durchschnitt von rund 370 € pro Abonnement angelangt. Die ab 2002 mögliche Berechnung von Durchschnittspreisen für elektronische ZSS- Abonnements führt wegen lückenhafter und z.T. inkonsistenter Meldungen zu kei- nen belastbaren Aussagen. Der Trend scheint – meist mit Durchschnittspreisen zwischen 1-stelligem und 200-€-Bereich – mehrheitlich leicht rückläufig. Die Entwicklung der Durchschnittspreise für Monografien (Abb. 11b) ist einigermaßen überraschend: ab 2001 biegt die Preiskurve um und Bücherpreise tun erstmals das, was sie sonst nie tun, sie sinken! Es sind aber nicht wirklich die Buchhandelspreise, die sinken. Es sind die Qualität und die Zusammensetzung der Buchkäufe an den Bibliotheken, die sich geändert haben: ab 2007 ist z.B. eine sprunghafte Steigerung der LBS-Zukäufe (s. Abb. 7) in allen drei Universitätsbibliothekstypen nachweisbar (Studiengebühren!). Die Prei- se für solche Lehrbücher liegen seit Jahren deutlich unter denen von Forschungs- literatur (LBS-Preise 2000–2009 alte / neue BL: konstant rund 35 € / 32 €). Mehr Niedrigpreisbücher im Einkauf senken den gemeinsamen Preisdurchschnitt. Doch das würde nur ein Absacken ab 2007 erklären, die Kaufpreis-Wende war aber viel früher.
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