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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue45.2011 (Rights reserved)

Bibliotheken Themen Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 10 863 Um die avisierten Veränderungen herbeizuführen, müssen aus Sicht der DFG „be- hutsam, aber konsequent neue Steuerungsmechanismen eingeführt werden“ (DFG, S. 11), zu denen vor allem geeignete finanzielle Steuerungs mechanismen gehören sollten. Die bisherige Pauschalzuweisung der Länder an die Verbund- zentralen werden für untauglich erklärt und die Intransparenz der Kostenstruktur kritisiert: Um „mehr Transparenz hinsichtlich der Kosten der Dienstleistungen“ zu schaffen, fordert der Wissenschaftsrat zu Recht, dass die Preise für die einzelnen Dienste (z.B. der Be trieb des Lokalsystems) von den Anbietern künftig einzeln aus- gewiesen werden (WR, S. 42)38. 2.3.1 Finanzierungs- bzw. Verrechnungsmodelle DFG und Wissenschaftsrat beantworten die Frage, wer die von Verbundzentralen und anderen Einrichtungen für die wissen schaftlichen Bibliotheken zu erbringen- den Dienste künftig finanzieren soll, eindeutig: Dies soll wie bisher durch die je- weiligen Bundesländer geschehen. Hierzu ist Folgendes anzumerken: Wenn es in Zukunft zum Regelfall wird, dass eine wissenschaftliche Bibliothek die Dienstleistung „fremder“ Verbundzentralen oder anderer Anbieter nutzt, so muss es zwischen den Ein richtungen resp. zwi- schen den beteiligten Ländern zu einer (wie auch immer gearteten) leistungsbe- zogenen Verrech nung kommen. Zu diesem wichtigen Themenkomplex gibt es von DFG und Wissenschaftsrat zwar eine Reihe von Einzelaussagen; sie lassen sich jedoch nicht zu einem konsistenten Gesamtbild formen. Der Wissenschaftsrat geht davon aus, dass die Kosten für die Basisdienste „auch weiterhin von den Ländern anteilig für „ihre“ Bibliotheken getragen werden“ (WR, S. 42), zur Finanzierung neuer Zusatzdienste (im Regelbetrieb) macht er keine Aus- sagen. Da jedoch kein plausibler Grund für gesonderte Finanzierungs- bzw. Ver- rechnungsmodelle von Basis- und Zusatzdiensten erkennbar ist, kann angenom- men werden, dass der Wissenschaftsrat davon ausgeht, dass auch die Kosten von Zusatzdiensten von den Län dern anteilig für „ihre“ Bibliotheken getragen werden sollen. In der Praxis wird sich folgendes Problem ergeben: Je umfangreicher ein leistungs- bezogen zu verrechnendes Portfolio an regional oder überregional angebotenen Dienstleistungen sein wird, desto mehr wird sich ein im Grundsatz bereits jetzt bestehendes Problem verschärfen: Ein Teil der Bibliotheken wird – aus welchen Gründen auch immer – nur ein vergleichsweise kleines Set an regionalen und 38 Tatsächlich überblickt gegenwärtig nicht jede Verbundzentrale, welche Bibliotheken welche Dienstleistungen in Anspruch nehmen, welche Vollkosten ein Dienst produziert resp. wie hoch die Kosten für die Summe der Dienste sind, die die Verbundzentrale für die einzelnen Verbundbibliotheken erbringt.
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