Path:
Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue45.2011 (Rights reserved)

Bibliotheken Themen Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 10 857 bundsysteme können mit durchlässigen und natürlichen Organisationsstrukturen auskommen – und sie sollten das tun. Darin liegt ihre Stärke! Small is beautiful!“23 Die Praxis zeigt jedoch – beispielsweise in Nordrhein-Westfalen –, dass auch in regionalen Strukturen die formalen und faktischen Einflussmöglichkeiten der Bi- bliotheken auf ihre Verbundzentralen limitiert sein können. Die Qualität der Zu- sammenarbeit innerhalb eines Verbundes ist also weniger von der Größe als von den formalen und faktischen Partizipationsmöglichkeiten der Verbundmitglieder abhängig. 2.2.1 Verbundübergreifende Steuerung DFG und Wissenschaftsrat vertreten die Auffassung, dass die existierenden Ver- bundstrukturen nicht geeignet sind, die Leistungsfähigkeit der wissenschaft- lichen Bibliotheken in Deutschland im Kontext der sich dynamisch wandelnden Infor mationslandschaft zu erhalten und innovativ zu verbessern. Sie nehmen zwar positiv wahr, dass in „einigen Bereichen“ wie z.B. der Online-Fernleihe die Ko- operation zwischen den Verbundzentralen „sehr erfolg reich“ funktioniert (DFG, S. 7), konstatieren jedoch, dass es in vielen anderen Bereichen „gravierende Proble- me“ gibt (DFG, S. 7). Beide nehmen zwar die Bestrebungen einiger Verbundzentralen ihr Profil zu schärfen und Innovationen voran zu treiben, wahr24, stellen aber zugleich fest, dass eine „systematische Zu sammenarbeit, auch hinsichtlich angebotener Dienst- leistungen“, „erst ansatzweise vorhanden“ ist und „bei weitem nicht aus[reicht]“ (DFG, S. 7)25. Darüber hinaus vertreten sie die Ansicht, dass die bestehenden Kooperationen zwischen den Verbundzentralen für die wissenschaftlichen Bibliotheken zu wenig transparent seien und um fassende Reformen eher behinderten als beförderten. Angenommen werden kann, dass durch die Art der bisherigen Zusammenarbeit 23 Ebd. 24 S. z.B. WR, S. 27 und S. 29. – Auf S. 27 weist der Wissenschaftsrat auf den 2007 gescheiterten „Versuch einer engen Kooperation zwischen der Verbundzentrale des Bibliotheksverbunds Bayern, dem Hochschulbibliothekszentrum NRW und der Zentrale des Österreichischen Bibliothekenverbundes [hin], in deren Rahmen eine gemeinsame Verbunddatenbank geschaffen werden sollte“. Als Gründe für das Scheitern nannten die Verbundzentralen dem Wissenschaftsrat „insbesondere [die] […] zu hohen Anfangsinvestitionen, denen geringe Effizienzgewinne bei den Verbundteilnehmern, das Risiko von Performanzeinbußen und der Wunsch der Hochschulbibliotheken nach partizipativen Entscheidungsstrukturen gegenüber- standen.“ Für das Letztgenannte dürfte kein tragfähiger Beleg existieren. 25 Ähnlich WR, S. 35.
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.