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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 45.2011 (Rights reserved)

Benutzung Themen Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 10 819 sogar trotz gleichzeitig stattfindenden Abbaus der Pro-Kopf-Abonnements (vgl. Abb. 1) um 11%. Beides zusammen entspricht einem Gesamtrückgang um den Faktor (100%/73% x 100%/89% =) 1,5. Man fragt sich: wenn die 2-Schichtigen vor ihrem E-Journal-Ausbau bereits einen größeren ZSS-FL-Rückgang hatten als die 1-Schichtigen erst nach dem ihren, wozu dann eigentlich die noch viel stärkere Aufstockung hier um den Faktor 6,3? Schaut man in Abb. 2b unter flachem Blickwinkel die absteigenden Kurvenäste entlang, so lassen sich die Abwärtsverläufe der Entwicklungslinien sehr schön mit- einander vergleichen: die durchgezogene 2-Schicht-Linie hatte von 1993 bis 2003 annähernd dieselbe Abwärtsneigung wie später die gestrichelte 1-Schicht-Linie von 2002 bis 2009. Aber: während der E-Journal-Anlaufphase steigt die 2-Schicht- Linie erstmalig nach 10 Jahren wieder an, und zwar so stark, dass die bisher rück- läufige ZSS-FL-Nachfrage vorübergehend sogar zum Fernleih-Anstieg umgebo- gen wird, bevor sie ab 2005 – nach oben verschoben und abgeschwächt – wieder das Bild bestimmt, d.h. der vormals erfreuliche ZSS-FL-Rückgang hat sich leider abgeschwächt. Die massive Abonnementaufstockung lokal verfügbarer Zeitschriften mit E-Journals hat nicht zu einer entsprechend massiven Senkung der Fernleih- Abhängigkeit für diese Literaturgattung geführt. Für 2-schichtige Univer- sitätsbibliotheken hat sich im Gegenteil das Abbautempo des bereits lange vorher rückläufigen Zeitschriften-Fernleihbedarfs verlangsamt. Damit ist der FL-Bestellkurvenverlauf von Abb. 2a aber noch immer nicht erklärt. Wie sieht der andere Leihverkehrs-Teilbereich aus? 2c. Monografien-Fernleihe Analog zu Abb. 2b sind in Abb. 2c die zugehörigen Buch-Erledigungen in der Neh- menden Fernleihe pro aktivem Benutzer aufgeführt. Und es wird deutlich: hier liegt die Ursache für die bedrückenden FL-Zunahmen! In den alten Bundesländern lagen, wie schon in Abb. 2a+2b, beide Universitäts- bibliothekstypen um 1991–1993 noch ziemlich gleichauf. Danach machte sich jedoch bei den 1-Schicht-Universitätsbibliotheken eine immer größere Monogra- fiennot bemerkbar. Auffällig ist dabei: der anfangs konstante Nachfrageanstieg (1992–2000) von +4,2% pro Jahr verdoppelt sich für die E-Journal-Boom-Jahre (2000–2007) plötzlich auf +8,1% jährlich. Seit 1992 ist an 1-Schicht-Universitätsbibliotheken der Monografienbedarf fast um den Faktor 2,5 gestiegen, er ist damit heute doppelt so stark wie an 2-Schicht- Universitätsbibliotheken. Für Benutzer an 2-Schicht-Universitätsbibliotheken blieb der Fernleih-Buchbedarf bis 2000 annähernd gleich, um während der Jahre stei- gender E-Journal-Käufe allmählich anzusteigen: von bis dahin ca. 0,5 Erledigun- gen/Ben. auf ca. 0,7 später, d.h. um immerhin +40%.
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