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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 45.2011 (Rights reserved)

Benutzung Themen Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 10 817 2a. Fernleih-Bestellungen (nehmend) Eine den Benutzerbedarf nie ausreichend abdeckende Zahl lokaler Zeitschriften- abonnements konnte ab den 1990er-Jahren dank digitaler Revolution bundesweit luxuriös vervielfacht werden: je nach Universitätsbibliothekstyp um das 4,3- bis 6,5-Fache. Was erwarten wir uns davon für die Fernleihe? Dass dadurch Fernleih-Bestellun- gen in ähnlicher Größenordnung überflüssig geworden sind? Dass die Entwick- lungskurven für die Fernleihe einer nach unten gespiegelten Abb. 1 ähneln: in der ersten Diagrammhälfte annähernd horizontal, danach kräftig absinkend? Abb. 2a zeigt versandte (und davon positiv erledigte) Bestellungen in der Nehmenden Fernleihe je aktivem Universitätsbibliotheksbenutzer. Doch was sehen wir? Wo ist er denn, der erhoffte Einfluss der massiven ZSS-Aufstockung? Der – wie in Abb. 1 geltende – sonst übliche Unterschied zwischen 1-Schicht- und 2-Schicht-DBS-Meldungen (Uni-Gesamtwert bzw. Universitätsbibliotheks-Teil- wert) gilt nicht für Leihverkehrszahlen. Der über die zentralen 2-Schicht-Univer- sitätsbibliotheken abgewickelte und gemeldete Leihverkehr betrifft wie bei den 1-Schicht-Universitätsbibliotheken die gesamte Hochschule. Ein DBS-bedingter Grund für getrennte 1- und 2-Schicht-Linien besteht somit in Abb. 2a nicht. Tatsächlich liegen für die alten Bundesländer die 1- und 2-Schicht-Werte bis 1993 auch dicht beieinander. Danach allerdings haben wir völlig entgegengesetzt ver- laufende Entwicklungen: • für 1-Schicht-FL-Bestellungen (dick gestrichelt) allmählich ansteigend, mit deutlichem Doppellinien-Sprung 2001 nach oben plus anschließend schnel- ler anwachsendem Bestellversand, • für 2-Schicht-FL-Bestellungen (durchgezogen) erstaunlich schnell absinkende Doppellinie, die ab 2001 aber zum langfristigen Anstieg umwendet. Die einheitlichen Rückgänge 2008/2009 sind Auswirkungen von Studiengebüh- ren-Einnahmen, s.u. 2. Teil, Punkt 12a (Erwerbungsausgaben Universitätsbiblio- thek). Ihr Einfluss ist auch bei anderen Abbildungen zu erkennen. Für die neuen Bundesländer gilt eine durch Aufbaumittel bedingte Sonderentwick- lung. Dieser charakteristische Kurvenverlauf wird uns noch öfter begegnen: hefti- ger Anfangsanstieg gefolgt vom allmählichen Abklingen auf Normalniveau. Er ist typisch für die ersten 20 Jahre einer neuen Bibliothekssituation mit Aufbaumit- teln und galt in analoger Weise auch für die 1-Schicht-Neugründungen der alten BRD rund 20 Jahre früher: deren Kurvenabfall zu Anfang der 1990er-Jahre (Abb. 1) ist nichts anderes als der Ausläufer einer zeitfrüheren Aufbausituation dort. (Vgl. Bundeslandunterschiede in den Abb. 2a-L des Länderanhangs) In vielen Gesprächen mit Bibliothekskollegen konnte mir niemand eine befrie- digende Antwort zur fehlenden Fernleihrelevanz der vielen E-Journals nennen
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