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Volume Heft 8/9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 45.2011 (Rights reserved)

Themen Erschließung 690 Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 8/9 Und wie sieht es in Deutschland aus? Das offizielle Statement lautete: „Für den deutschsprachigen Raum wird der Standardisierungsausschuss am 5. Oktober 2011 über das weitere Vorgehen beraten“.28 Bisher war angenommen worden, dass auf dieser Sitzung die endgültige Entscheidung über RDA in Deutschland fal- len werde; nun ist zu vermuten, dass diese noch einmal vertagt wird. Über einen denkbaren Zeitplan lässt sich nur spekulieren. Doch erscheint es nur schwer vor- stellbar, dass RDA in Deutschland eher eingeführt werden könnte als in den USA – somit wäre frühestens 2013 möglich. Angesichts der Auflagen ist es jedoch kei- neswegs sicher, dass die Einführung in den USA zum Jahresbeginn 2013 gelingen wird. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte von RDA, dass ein Termin nicht gehalten wird: Als die großen AACR-Anwender im Oktober 2007 ihre Absicht einer koordinierten Einführung von RDA bekannt gaben, ging man von einem Termin Ende 2009 aus (S. 25). Auch werden sich viele noch gut an die zahlreichen Verzö- gerungen sowohl bei der Entwicklung des RDA Toolkit als auch bei der Veröffent- lichung des Gesamtentwurfs und der ersten Ausgabe von RDA erinnern. Blickt man zurück, so muss man schon etwas nachdenklich werden: Nahezu ein Jahrzehnt ist seit dem „Nikolausbeschluss“ vom 6. Dezember 2001 vergangen, bei dem sich der Standardisierungsausschuss grundsätzlich für „einen Umstieg von den deutschen auf internationale Regelwerke und Formate (AACR und MARC)“29 aussprach. Dass zugleich die Weiterentwicklung des eigenen Regelwerks gestoppt wurde, hat zu einer äußerst problematischen Situation geführt, die sich mit jeder neuen Verzögerung weiter zuspitzt: Schon viel zu lange muss in Deutschland mit einem Regelwerk gearbeitet werden, das nicht mehr gepflegt wird und deshalb den heutigen Anforderungen häufig nicht mehr entspricht. So ist es auch nicht verwunderlich, dass neben die RAK mittlerweile diverse ergänzende „Arbeitshil- fen“, „Empfehlungen“ und „Praxisanweisungen“ getreten sind, z.B. zur Katalogisie- rung von „Continuing integrated resources“ oder von E-Books und Digitalisaten30. Dazu kommen zahlreiche Einzelregelungen in den Verbünden. Noch unübersicht- licher wird die Situation im kommenden Jahr werden, wenn im Zusammenhang URL: . In Australien hat man zumindest schon den bisherigen Zeitplan von der Website genommen und ein „revised draft of the implementation timeline“ in Aussicht gestellt, URL: . 28 Christine Frodl in der RAK-List, 15.06.2011, URL: . 29 Protokoll der 3. Sitzung des Standardisierungsausschusses, URL: , TOP 4. 30 Empfehlungen für „Continuing integrated resources“, URL: ; Praxisanweisung zur Erfassung von E-Books und Digitalisaten, URL: .
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