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Volume Heft 8/9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 45.2011 (Rights reserved)

Erschließung Themen Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 8/9 689 Szenario sein – und im deutschsprachigen Raum wird durchaus in diese Richtung gedacht. Das Szenario 2 entspricht ungefähr der heutigen Praxis in deutschen Ka- talogen: Konventionelle Titeldatensätze (ohne Aufspaltung in Werk, Expression und Manifestation) sind über Identnummern mit Normdatensätzen verknüpft. Das Szenario 3 schließlich bildet den derzeitigen Stand in angloamerikanischen Katalogen ab: Hier gibt es nicht einmal Links zwischen Titel- und Normdatensät- zen. Diese stehen vielmehr unverknüpft nebeneinander, und in den Titeldaten- sätzen sind keine Identnummern, sondern nur Textstrings (Ansetzungsformen) erfasst. Dass man von dieser antiquierten Praxis wenigstens mittelfristig wegkommen möchte, legen die Empfehlungen an die Systemhersteller nahe (S. 24): Diese sollen u.a. Methoden entwickeln, um Normdaten verknüpfen zu können, ohne dass man die Ansetzungsform aus der Normdatei im Titeldatensatz noch einmal eintippen muss. Ebenfalls gefordert werden „future applications where linked entities will only require one change“ – bei Änderungen soll es also künftig genügen, diese im Normdatensatz durchzuführen. Bei uns ist dies längst Standard. In der anglo- amerikanischen Welt müssen hingegen in jeder Bibliothek die entsprechenden Ti- teldatensätze angepasst werden, wenn sich eine Ansetzungsform geändert hat.26 Wenigstens das Szenario 2 scheint also langsam in den Blick zu geraten. Eine muti- ge Erklärung, dass der Weg künftig in Richtung des Szenario 1 gehen soll, vermisst man jedoch. Und man muss sich fragen, wie künftig ein internationaler Austausch von RDA-Daten aussehen soll, wenn man sich nicht auf ein Szenario einigen kann. Folgen für andere Länder Großbritannien, Kanada und Australien hatten bisher einen RDA-Test nicht für nö- tig gehalten. Doch es ist kaum denkbar, dass das Ergebnis des US-Tests ohne Aus- wirkung auf die Einführung in diesen Ländern bleiben sollte. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Beitrags (Anfang Juli 2011) gibt es allerdings nur die Aussage, dass die Verantwortlichen den Bericht prüfen und über etwaige Auswirkungen nachdenken werden.27 26 Im Bericht wird deshalb an anderer Stelle empfohlen, bei der Einführung von RDA die Ansetzungsformen in bestehenden Normdatensätzen möglichst unangetastet zu lassen „to minimize disruption and database maintenance“ (S. 18). Vgl. auch S. 21: „1. If existing authorized access points are converted nationally (by LC or OCLC) to the RDA form, will the local catalog follow suit? 2. Does the library have an authority vendor who can provide these changes in bulk, or does it need to be done manually?“ 27 „The non-US national libraries involved in the development of RDA (Library and Archives Canada, the British Library and the National Library of Australia) will review the reports and consider the implications for the scheduling of their implementation of RDA. Further information will be posted as it becomes available.“
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