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Volume Heft 8/9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue45.2011 (Rights reserved)

Erschließung Themen Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 8/9 687 belegt, dass in der angloamerikanischen Welt generell ein merklich höherer Auf- wand bei der Erschließung getrieben wird als bei uns.21 Die Werte für RDA waren mehr als doppelt so hoch – hier ist allerdings zu bedenken, dass diese Katalogisate die allerersten waren, die die Tester mit dem neuen Regelwerk erstellten. Bei einer späteren Aufgabe sollte jede Institution mindestens 25 weitere Eigenkatalogisate aus ihrem normalen Zugang nach RDA katalogisieren (S. 33): Hier wurde ein deut- lich niedrigerer Durchschnittswert von 32 Minuten für ausgebildete Bibliothekare (zuzüglich 12 Minuten für die Normdatenarbeit, S. 49) ermittelt, wobei dieser Wert auch die Sacherschließung umfasst (S. 45). Vergleichszahlen für AACR2 liegen für diesen Bereich leider nicht vor. Klar ist jedoch: Die Hoffnung, dass sich der Zeitaufwand mit RDA verringern wür- de, wurde zumindest im Test nicht erfüllt – und dies, obwohl in RDA nur sehr we- nige Datenelemente verpflichtend sind.22 Theoretisch bestünde also durchaus die Möglichkeit, das Katalogisierungsniveau drastisch zu senken, indem man z.B. auf die Erfassung von zweiten und weiteren Verfassern oder von Herausgebern ver- zichtet. Die Tester haben dies jedoch gerade nicht getan, sondern vielmehr die in RDA ebenfalls vorhandenen Möglichkeit genutzt, mehr Datenelemente zu er- fassen als bisher. So wurden nicht selten mehr als zehn Eintragungen angelegt; ein Tester erfasste sogar einmal 72 und einmal 83 Personen und Körperschaften (S. 63f.). Im Echtbetrieb mag sich ein anderes Bild ergeben: Dass die AARC2-Daten- sätze im Durchschnitt weniger Datenelemente enthielten, könnte – so heißt es im Testbericht – darauf zurückzuführen sein, dass die Tester Optionen von RDA ausprobierten, die sie „in a true implementation scenario“ nicht nutzen würden (S. 55). Die Katalogisate aus der ersten Aufgabe wurden vom Test-Komitee detailliert auf ihre Qualität geprüft (S. 35). Dabei wurden verschiedene besonders fehlerträchti- ge Bereiche identifiziert (S. 55–61); vermutlich werden sich daraus eine Reihe von Regeländerungen für RDA ergeben.23 Insgesamt lag die Zahl der Regelwerks- und Formatfehler bei AACR2 und RDA aber in einer ganz ähnlichen Dimension (S. 55). 21 Beispielsweise ist die bibliographische Beschreibung nach AACR2 ausführlicher als nach RAK (z.B. werden bei Sammelwerken die Aufsätze in einer Fußnote erfasst); es werden mehr Eintragungen gemacht (z.B. werden bis zu drei Herausgeber berück- sichtigt); Körperschaften spielen eine größere Rolle; die Entscheidungsprozesse sind häufig komplexer als nach RAK, weil sie nicht auf formalen, sondern inhaltlichen Kriterien beruhen. 22 Vgl. Heidrun Wiesenmüller: Die Grenzen der Modernität : das neue Regelwerk „Resource Description and Access“, in: B.I.T. online 13 (2010) 3, S. 286–290, hier S. 288. 23 Vgl. die Hinweise auf S. 15f. Weitere Regeländerungen sind in den Bereichen zu erwarten, in denen die Tester mit besonderen Schwierigkeiten beim Katalogisieren zu kämpfen hatten – insbes. im Nichtbuch- und Zeitschriftenbereich (S. 91f.).
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