Path:
Volume Heft 8/9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 45.2011 (Rights reserved)

Erschließung Themen Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 8/9 681 verwendeten Fragebögen abgedruckt. Im Internet stehen weitere umfangreiche Unterlagen zur Verfügung, und es können sogar alle im Rahmen des Tests entstan- denen Datensätze heruntergeladen werden.10 Auch bei der Darstellung der Ergeb- nisse hat sich das Test-Komitee ersichtlich um Objektivität bemüht. Dies hebt sich wohltuend von der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ab, die 2003 im Rahmen des DFG-geförderten Projekts „Umstieg auf internationale Formate und Regelwerke“ erstellt worden war. Die Firma Kienbaum kam damals zu dem erstaunlichen Er- gebnis, dass für die deutschen Bibliotheken ein Umstieg auf AACR2 und MARC 21 das wirtschaftlichste Szenario sei. Freilich beruhte die Kostenberechnung auf gänzlich unrealistischen Annahmen, und die Quantifizierung des Nutzwerts ließ sich anhand der zur Verfügung gestellten, äußerst mageren Unterlagen schlicht- weg nicht nachvollziehen.11 Trotz dieses positiven Eindrucks hat der RDA-Test einen dramatischen Mangel: Er erfolgte „in existing library systems“ (S. 30) und damit im MARC-Format in seiner für die angloamerikanische Welt charakteristischen „flachen“ Ausprägung – also ohne Hierarchien und ohne Links zwischen Datensätzen. Überdies beschränkte man sich auf eine äußerst „zaghafte“ Variante von RDA; die Änderungen gegen- über AACR2-Datensätzen blieben an der Oberfläche. Diane Hillmann bezeichnete den RDA-Test deshalb als „Theater“ und verglich ihn mit dem von ihr ähnlich emp- fundenen „Theater“ beim Security-Check an Flughäfen: „The analogy here is that ‚Security Theater‘ is to real security as ‚RDA Testing Theater‘ is to real testing.“ Ein „echter“ Test von RDA hätte auch den FRBR-Teil von RDA umfasst und nicht nur eine Handvoll Regeländerungen und einige symbolische Beziehungen („not just a smattering of rules changes and some token relationships“).12 Getestet wurde also letztlich nur, ob man RDA – bzw. eine wenig ambitionierte Ausprägung davon – in MARC erfassen kann. Karen Coyle kommentierte: „I could put my grocery list into a MARC record.“13 10 Library of Congress documentation for the RDA test, URL: . 11 Endbericht zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, URL: ; Rechenmodell, URL: . Vgl. dazu Heidrun Wiesenmüller: AACR und kein Ende? Ein kritischer Rück- und Ausblick auf die Regelwerksdiskussion. In: BuB 57 (2005) 3, S. 198–204, hier S. 201f. 12 Diane Hillmann im Blog „Metadata matters“, Eintrag „Irresistible apology of the day“, 09.01.2011, URL: . 13 Karen Coyle: Yes We Can! Libraries and the Semantic Web, Vortrag auf der SWIB10 in Köln am 30.10.2010, URL: , Folie 58. Das Zitat entstammt der gesprochenen Fassung, vgl. Video, URL: .
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.