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Volume Heft 8/9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 45.2011 (Rights reserved)

Themen Bibliotheken 676 Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 8/9 bibliotheken vorgestellt und eine Ausstellung trug den Titel „Bürgerhaushalt und Gender Budget“. Das Genderthema fehlte im gesamten Referateteil! Ein ganzer Gender-Themenblock, der von der Genderbibliothek5 für den Bibliothekstag an- gemeldet worden war, wurde abgelehnt. In diesem Block boten wir in einer inno- vativen Form von Kurzvorträgen (und Film) mit Diskussion Themen an wie: Was heißt Gender in Bibliotheken, wie wird Gender in bibliothekswissenschaftlichen Zeitschriften (re)präsentiert, zu Gender Mainstreaming (Gender Budgeting) in Bi- bliotheken und zu Open Data am Beispiel der Genderbibliothek. Ebenso vergessen wurde der Genderaspekt in der Festschrift „100. Deutscher Bi- bliothekartag“. Das hängt sicher damit zusammen, dass der Geschlechterblick in der deutschen Bibliotheksgeschichte und Bibliothekswissenschaft bisher fehlt. Wenigen Arbeiten zu einzelnen Frauen, zu Klosterbiliotheken, zur Geschichte der Ausbildung und Professionalisierung von Bibliothekarinnen und dem Bild von Bibliothekarinnen steht eine Lücke gegenüber, die gefüllt werden müsste mit Untersuchungen zum Bild von Bibliothekaren, über Männlichkeit in Bibliotheken oder auch zu den männerbündischen Strukturen im Bibliothekswesen. Abschließend noch ein Wort zur Sprache. Hier blieb auch beim Bibliothekartag die Gleichberechtigung bei den Floskeln „Kolleginnen und Kollegen“ oder „Mit- arbeiterinnen und Mitarbeiter“ stehen. Im Programmheft gibt es im Grußwort und bei den Themen darüber hinaus meist nur „Bibliothekare, Besucher, Auto- ren, Teilnehmer, Partner, Anwender, Rentner, Journalisten, Kunden“ …. Besser sind hier geschlechtersensible Wörter, die ich als positive Beispiele auch im Pro- grammheft fand wie: „Leseförderung, Schulbibliothek, Nutzungsforschung“. So eine geschlechtersensible Ausdrucksweise steht sowohl Frauen als auch Männern besser. In der Vereinssitzung des VDB wurde unter diesem Aspekt der Antrag zur geschlechtersensiblen Formulierung aller Personen- und Berufsbezeichnungen in der Satzung mehrheitlich mit drei Gegenstimmen angenommen! Im gleichen Sinne startete bereits einen Monat vor dem Bibliothekstag eine Initia- tive zur Umbenennung des Bibliothekartages in Bibliothekstag.6 Von insgesamt 6 angeschriebenen Bibliotheksverbänden in Österreich (VÖB, BVÖ) und in der BRD (BID, dbv, VDB, BIB) hat bisher ein österreichischer Verband geantwortet. Nach der Sommerpause werden wir diese Aktion im neuen Weblog des VDB bzw. in der inetbib-Mailingliste verstärkt diskutieren, damit zu den bisher zahlreichen Sympa- thisantinnen und auch Sympathisanten noch viele dazukommen. Es geht darum, 5 Genderbibliothek des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin; s.: http://www.gender.hu-berlin.de/genderbib 6 Die Initiative starteten Dr. Karin Aleksander (VDB) und Jana Haase (BIB) in Kooperation mit Kolleginnen aus Österreich. Der Antrag kann gern zugeschickt werden.
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