Path:
Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue45.2011 (Rights reserved)

Themen Bibliotheken 54 Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 1 Vereinsbibliotheken in Berlin Verein für die Geschichte Berlins 1896 Katalog Verein zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen 1885–1886 Plattdeutscher Verein 1896 Katalog Gewerkverein der Heimarbeiterinnen 1900 Verein für die Versicherungswirtschaft 1902 Katalog Kaufmännischer Verband für weibliche Angestellte 1892 Katalog Architektenverein 1887 Katalog Verein „Frauenwohl“ 1896 Katalog Warum gab es so viele kleine Vereinsbibliotheken in Berlin? Sicher repräsentierte die Büchersammlung den Stolz des jeweiligen Vereins nach außen. Interessante Bestände lockten auch neues Publikum an. Außerdem waren zahlreiche Vereine über die Bibliotheksnutzung miteinander vernetzt – ein Jah- resbeitrag an Büchergeldzuschuss sicherte z.B. den Eintritt zu den Büchern des anderen Vereins. Vor allem aber hatten die Bibliotheken den Zweck, den Aktiven dieser Vereine be- vorzugt und speziell ausgewählte Bücher anzubieten, um sich fortbilden zu kön- nen für Beruf und politische Bewegung. Wer im Verein mitarbeitete, hatte meist freien Zugang zu den Büchern. Der Leipziger Frauenbildungsverein stellte seine Bibliothek für die Arbeiterinnen und die Schülerinnen seiner Sonntagsschule so- gar unentgeltlich zur Verfügung. Der Vorstand erbat dafür in einem Aufruf Bü- cher nicht nur von Privatpersonen, sondern auch Schenkungen vom Buchhandel, weil – so die Begründung – die Armen keine Mittel hätten, sich Bücher zu kaufen und selbst das „Lesegeld an die Bibliotheken“ diesen oft unerschwinglich sei. Was vermuten lässt, dass für die Volksbibliotheken und Lesehallen auch Beiträge ge- fordert wurden. Dagegen fand ich in den Benutzungsordnungen der Königlichen Bibliothek von 1887 und 1905 keinen Hinweis auf Gebühren, außer für Fernleihen.6 Also fast ein Spiegelbild der heutigen Situation – nur dass die ehemalige Königli- che Bibliothek heute am meisten verlangt. „In Berlin hatten von den damals existierenden 65 Frauenvereinen nach eigenen Angaben 24 ‚Bibliotheken, Lesehallen, Zeitschriften’“, wie Dagmar Jank aus der „Statistik der Frauenorganisationen im Deutschen Reich“ von 1909 zitiert.7 6 Benutzungsordnung für die Königliche Bibliothek zu Berlin – Berlin, 1887 (23 S.) und 1905 (25 S.) 7 Jank, Dagmar: „Ein gemeinsames Werk“ : Frauenbibliotheken der „alten“ Frauen- bewegung in Berlin. In: Ariadne : Almanach des Archivs der deutschen Frauen- bewegung. Kassel 14(1998)34, S. 8 (Sie zitiert: Statistik der Frauenorganisationen im Deutschen Reiche / Verf.: Maximilian Meyer. Bearb. im Kaiserl. Statist. Amte. – Berlin : Heymann, 1909 (1909). – 28, 70 S. – (Reichsarbeitsblatt : Sonderheft ; 1)
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.