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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 45.2011 (Rights reserved)

Themen Betriebsorganisation 38 Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 1 des Jahres bündelt und über die Aufnahme neuer Aspekte und notwendiger Ver- änderungen entscheidet. Es ist sicher müßig darüber nachzudenken, ob der Grund für die spezielle Behand- lung des Faktors Mitarbeiter in den bibliothekarischen AKMB-Standards im Unter- schied zu den allgemeinen Qualitätsmanagementsystemen in der nach wie vor strikt hierarchischen Sicht des bibliothekarischen Top-Managements auf die Bib- liotheksmitarbeiter liegt; zeitgemäß scheint dieses jedenfalls nicht mehr zu sein. Dass die Mitarbeiterorientierung konzeptionell sowohl in der ISO-Norm als auch im EFQM-Modell Berücksichtigung findet, ist für ein modernes Management-Ins- trument nur folgerichtig. Allerdings ist auch dort Mitarbeiterorientierung selbst- verständlich nicht gleichbedeutend mit Mitarbeiterbeteiligung. Meint Erstere ver- einfacht gesagt nur die Berücksichtigung der Mitarbeiter als wesentliches Element zur Erreichung der Qualitätsziele, ohne dass die praktische Ausgestaltung weiter definiert würde und damit die Möglichkeit eröffnet, dass die Erarbeitung, Ausge- staltung und Veränderung von Prozessen ohne konzeptionelle Beteiligung der Mit- arbeiter vonstatten gehen kann, impliziert Letztere dagegen eben dieses. Für Bib- liotheken und die Erreichung ihrer Qualitätsziele ist aber genau das, insbesondere mit Blick auf die bereits angesprochene hierarchische Ordnung in Bibliotheken, von großer Bedeutung. Daher lohnt auch der Blick auf die konkrete Mitarbeiter- beteiligung am Qualitätsmanagementverfahren der drei Vergleichsbibliotheken. Es fällt zunächst auf, dass alle drei Bibliotheken eine kollegiale und eher flach-hi- erarchische Betriebskultur pflegen, in der bereits ein hohes Maß an eigenverant- wortlichem Arbeiten realisiert ist. Folgerichtig war auch die umfassende Beteili- gung der Bibliotheksmitarbeiter an der Einführung der Systeme gegeben. Zwar steht diese Form der Betriebskultur nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit einer erfolgreich verlaufenden Einführung von Qualitätsmanagement in einer Bib- liothek, ist aber ganz sicher alles andere als hinderlich. Die jeweiligen Qualitätsma- nagementsysteme entfalten dabei allerdings durchaus unterschiedliche Wirkung. Wie erwähnt setzt das EFQM-Modell auf eine umfassende Mitwirkung der Mit- arbeiter. Die Einführung des Modells startete in der FES-Bibliothek mit einem mehrtägigen Selbstbewertungsworkshop unter Beteiligung aller Mitarbeiter. Dieses ist insofern ungewöhnlich, als die Einführung des EFQM-Modells zwar den als außerordentlich sinnvoll einzuschätzenden Selbstbewertungsworkshop vorsieht, dessen Durchführung allerdings im Regelfall nur auf der Management- Ebene erfolgt. Die umfassende Beteiligung aller Mitarbeiter der Bibliothek gerade an diesem Prozess ist jedoch vor allem im Sinne der Nachhaltigkeit des Qualitäts- managementprozesses ein großer Vorteil, sind auf diesem Wege doch direkt alle Mitarbeiter an den grundsätzlichen Überlegungen und strategischen Planungen beteiligt, aus denen die eigentlichen Verbesserungsprozesse erwachsen. Zudem bewirkt ein solches Vorgehen, dass bei allen Beschäftigten das Bewusstsein für die Qualitätsziele geschärft wird und der Faktor Eigenverantwortlichkeit auto-
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