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Volume Heft 3/4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 45.2011 (Rights reserved)

Digitale Bibliothek Themen Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 3/4 257 Zeitschriften auf das Open-Choice-Modell. Mit der Übernahme von BioMed Cen- tral wurde Springer 2008 zum weltgrößten Open-Access-Verlag. In jüngster Zeit wurde mit Springer Open, unter Nutzung der BioMed-Central-Infrastruktur, ein weiteres Open-Access-Publikationsmodell entwickelt. Grund dafür ist das rasche Anwachsen der Gold Road to Open Access. Die drei größten Open-Access-Verlage (BioMed Central, PLoS und Hindawi) konnten 2009 Wachstumsraten zwischen 21 und 75 Prozent verzeichnen. Während der gesamte STM-Publikationssektor ein jährliches Wachstum von 3,5 Prozent aufwies, wuchs der Open-Access-Bereich um 20 Prozent. Im Bereich von Open Data sieht Springer seine Rolle darin, als Service für Autoren den Zugriff zu archivierten Forschungsdaten zu ermöglichen. Allerdings ist die Herausforderung, Daten in einer strukturierten und sinnvollen Weise zugänglich zu machen, deutlich komplexer als der aktuelle Publikationsprozess bei Zeitschrif- tenartikeln. In der abschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Arnoud de Kemp, wur- den viele aktuelle Fragen des wissenschaftlichen Publikationswesens noch einmal angesprochen. Derk Haank vertrat die Meinung, dass Open Peer Review keine Alternative, son- dern nur eine Ergänzung zum etablierten Peer-Review-System sein kann. Für Letz- teres ergibt sich aus dem unaufhörlichen Anstieg der Publikationen kein Problem, weil mit der Zahl der Wissenschaftler, die publizieren, auch die Zahl der potentiel- len Reviewer laufend steigt. Nach der Einschätzung von Jan Velterop ist der Impact Factor gleichzeitig sinnvoll und sinnlos, wobei das Problem in der falschen Anwendung liegt. Der Impact Fac- tor repräsentiert nur einen Durchschnittswert; so werden etwa im renommierten Topjournal „Nature“ etliche Beiträge nie zitiert. Die Archivierung von Forschungsdaten auf Bibliotheksservern wird von Ulrich Kor- witz nicht als Aufgabe der Bibliotheken gesehen. Für Bibliotheken essentiell werde vielmehr der Nachweis der Daten und die Generierung von stabilen Links zu die- sen auf fremden Servern gespeicherten Daten. Die Etablierung von Suchmaschinen für Forschungsdaten stellt für Stevan Harnad derzeit kein echtes Problem dar, weil noch viel zu wenige Rohdaten verfügbar sind. Erst müssen die Forschungsdaten vorhanden sein, dann kann man Naviga- tion und Rechercheoptimierung thematisieren. Zusammenfassend ist für die Expertenkonferenz 2010 in Köln festzuhalten, dass die Vorträge von 17 Experten aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritan- nien, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz einen optimalen Überblick über die aktuellen Entwicklungen des Open Access Publishing, inbesondere auf dem Gebiet der Forschungsdaten, geboten haben. Bemerkenswert ist die Konti-
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