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Volume Heft 3/4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 45.2011 (Rights reserved)

Themen Digitale Bibliothek 254 Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 3/4 Rahmenbedingungen und Forschungsprimärdaten. Für letzteres Thema setzt die Allianz-Initiative Aktivitäten in drei Bereichen: Entwicklung und Veröffentlichung einer gemeinsamen Primärdaten-Policy, Förderung von Modellprojekten, Aufbau von international vernetzten Repositorien- und Archivstrukturen für Forschungs- primärdaten. Für den Erfolg jeglicher Aktivität in diesen Bereichen wesentlich ist die Berücksichtigung fachbezogener Ansätze, die sich etwa im Bereich der Astro- nomie6 oder der Ozeanographie7 bereits bewährt haben. Auch Sünje Dallmeier-Tiessen (Genf) wies in ihrem Vortrag „Research data ‚pub- lishing‘ – models, roles and responsibilities” ebenfalls auf die disziplinenspezifi- schen Unterschiede hin, die etwa in Größe und Format der Datensammlungen evident werden. Ähnlich hingegen sind in allen Fachgebieten die Herausforde- rungen der fehlenden Infrastruktur, der nicht etablierten Arbeitsprozesse sowie der fehlenden Motivation vieler Wissenschaftler für das Einbringen von For- schungsdaten in Repositorien. Während Wissenschaftler die Rolle des Erstellens bzw. des Nutzens und Zitierens der Daten innehaben, sollten Bibliotheken das Management der Daten (Katalogisierung etc.) übernehmen und auch die Schnitt- stelle zwischen IT und Forschern entwickeln. Konkrete Aspekte, die es beim Publizieren von Forschungsdaten zu berücksich- tigen gilt, wurden auch von Andreas Hense (Sankt Augustin) in seinem Vortrag „Climate data for our future – acquired, analysed, archived“ angesprochen. Zu be- antworten gilt es Fragen bezüglich Repositorium, Formaten, Qualität, Dauerhaf- tigkeit und Identifikatoren. Sollen die Forschungsdaten lokal, institutionell oder national gespeichert werden? Sollen die Daten ausschließlich privat, für eine For- schungsgruppe, für eine gesamte Institution oder komplett öffentlich zugänglich sein? Selbst innerhalb einer Disziplin treten Unterschiede bei den Forschungsdaten zutage, wie etwa am Beispiel meteorologischer Daten evident wird. Während Klimadaten enorme Datenmengen darstellen, die allerdings einfach strukturiert sind, erweist sich das Problem bei experimentellen Daten umgekehrt: die Daten- mengen sind nicht so groß, dafür aber bedeutend komplexer. Für einschlägige Forschungen sind Langzeitreihen von meteorologischen Daten von großer Be- deutung. Die entsprechenden Daten sollen in einem standardisierten Verfahren publiziert werden, wofür ein automatisierter Prozess zu entwickeln ist. Dieses Ver- fahren soll auch für das World Data Center for Climate (WDCC – http://www.mad. zmaw.de/wdc-for-climate/) in Hamburg, eines der größten Datenzentren welt- weit, genutzt werden. Wesentlich für Forschungsdaten ist eine zweifache Kontrol- le; diese soll sowohl technisch als auch inhaltlich erfolgen. 6 IVOA: International Virtual Observatory Alliance. http://ivoa.net/ 7 Pangaea: Publishing Network for Geoscientific & Environmental Data. http://www.pangaea.de/
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