Path:
Volume Jahresinhaltsverzeichnis

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 45.2011 (Rights reserved)

Themen Erschließung 180 Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 2 weniger auf die aktuelle Nachfrage. Daher ist auch retrospektive Erwerbung wich- tig, die durch die Zitationsanalyse unterstützt werden kann. Allerdings scheinen die notwendigen bibliometrischen Analysen doch recht aufwändig, um die rele- vante Literatur zu ermitteln. Der thematisch vielversprechende Vortrag zur Einschätzung von nationalen und internationalen sozialwissenschaftlichen Fachzeitschriften durch Mitglieder so- ziologischer Fachverbände von Maria Rohlinger (GESIS) litt leider an Überfülle methodischer Überlegungen seitens der Vortragenden, sodass die sicherlich inte- ressanten Erkenntnisse dieser Expertenbefragung eher im Verborgenen blieben. Sehr anschaulich und interessant war der Vortrag von Dr. Stefan Winkler-Nees (DFG) über die Schwerpunktinitiative Digitale Information, bei der es um die Förde- rung der Sicherung, Archivierung und Nachnutzung von Forschungsdaten geht, von denen bisher 95% verloren gingen. Beteiligt an der Initiative sind neben der DFG auch wissenschaftliche Einrichtungen wie z.B. Max-Planck-Gesellschaft und Fraunhofer-Gesellschaft. Die Akzeptanz in der wissenschaftlichen Community ist ausschlaggebend für den Erfolg der Initiative, da Wissenschaftler nicht zur Frei- gabe ihrer Forschungsdaten gezwungen werden können (Wissenschaft und For- schung sind laut Grundgesetz frei). Es wäre wünschenswert, wenn künftig nicht nur Publikationen für die Anerkennung der wissenschaftlichen Leistung zählten, sondern auch die Bereitstellung von Forschungsdaten für die Scientific Commu- nity. Eine interessante Perspektive auch für das Berufsbild des Bibliothekars hin zum Data-Librarian. In eine ganz andere Richtung ging der Vortrag von Lambert Heller, TIB/UB Hanno- ver, über das Web als Infrastruktur und Werkzeugkasten für die Wissenschaft. In den USA twittere bereits ein Drittel der Dozenten an Hochschulen und gäbe so z.B. sehr viel schneller Literaturhinweise weiter als auf den sonst üblichen Wegen, oft sogar noch bevor die Wissenschaftler sie für eigene Zwecke verwerteten. Da- von seien wir in Deutschland doch noch weiter entfernt. Heller schlägt vor, dass Bibliotheken hier die Aufgabe übernehmen könnten, auf Informationsveranstal- tungen Wissenschaftlern den Nutzen und die Möglichkeiten von Web-2.0-Tools für die Wissenschaft zu zeigen. Interessant sei, dass Wissenschaftler das nutzten, was bereits vorhanden und den eigenen Zwecken nützlich erschiene, ohne dass diese Tools ursprünglich für wissenschaftliche Zwecke gedacht waren. Was sich bewähre, bliebe und würde weiter entwickelt. Leider entfiel krankheitsbedingt der Vortrag von Thomas Stöber (UB Augsburg) zum Thema Literaturverwaltung und Bibliotheken. Neben den Vorträgen und Diskussionen nutzten die Tagungsteilnehmer auch den fachlichen Austausch in den Pausen und beim gemeinsamen Abendessen.
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.