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Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 45.2011 (Rights reserved)

Notizen Bibliotheksdienst 45. Jg. (2011), H. 12 1107 Der zweite Tag startete mit einer Einführung in das Thema “Ingest” von Seamus Ross (University of Toronto), der sich mit dem „Ingest-Prozess heterogener Typen digitaler Objekte von heterogenen Organisationen“ auseinander setzte. Dieser Prozess beginnt damit, von den Produzenten digitale Objekte zu erhalten, die idealerweise einem zuvor definierten Arbeitsablauf folgen, fehlerfrei sind und im Einklang mit den „Policies“ der archivierenden Organisation stehen. Ein so ab- gestimmtes Vorgehen im Ingest-Prozess bedeutet u.a.: Wahl eines geeigneten „Transport-Mediums“, digitale Objekte liegen in einem abgestimmten Format vor sowie ein Vorhandensein vollständiger Metadaten zu den digitalen Objekten. In der Realität können diese Vorgaben, die die digitale Langzeitarchivierung er- leichtern, von den „Produzenten“ meist kaum erfüllt werden. Sie stellen die di- gitalen Inhalte oft in speziellen Formaten, unterschiedlichen Versionen und un- vollständig zur Verfügung, da sie ihre Daten aus inhaltlichen Gesichtspunkten heraus produzieren. Eine nachträgliche Bearbeitung ist oft für die Produzenten zu aufwendig oder technisch nicht möglich. Oft liegt der Fehler aber auch in Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Produzent und Archiv. So obliegt die Nachbearbeitung denjenigen, die die Inhalte archivieren sollen. Insbesondere die Kommunikation zwischen Produzenten und Archiven stellt eine wichtige Heraus- forderung für die Zukunft dar. Hinzu kommt, dass die derzeit zur Verfügung stehenden Werkzeuge für die Identi- fizierung und Analyse digitaler Inhalte einer stetigen Weiterentwicklung bedürfen. Eine weitere Hürde besteht, wie bereits erwähnt, in den oft fehlenden „Policies“, so dass nicht transparent ist, welche Anforderungen bezüglich der Langzeitarchi- vierung an die Formate und Objekte gestellt werden. Nach diesem eher pessimistischen Blick auf die Sachlage beim Ingest-Prozess nannte Seamus Ross jedoch auch einige erfolgversprechende Ansätze in Form von Referenz-Projekten und Fallstudien, z.B. NDIIPP (National Digital Information Infrastructure and Preservation Program, Library of Congress) tools and services directory. In den folgenden Vorträgen wurden verschiedene Lösungen für den Ingest-Pro- zess und die entsprechenden Module dazu vorgestellt. Richard Wright (BBC) erläuterte die besonderen Herausforderungen in der Lang- zeitarchivierung von audiovisuellen Inhalten. Ein grundsätzliches Problem besteht zunächst einmal darin, dass viel Material lediglich analog vorliegt. Im Hinblick auf digitale Inhalte unterscheiden sich außerdem audiovisuelle Mate- rialien von anderen digitalen Inhalten hinsichtlich ihrer Größe, Fehlerquote, des Management-Aufwandes, komplexer Formate sowie der Zusammensetzung in Containern. Mit dem Projekt PrestoPRIME wurden Lösungsansätze für mögliche Formate, das Metadaten-Management und eine Ontology für audiovisuelle Mate- rialien erarbeitet und erprobt.
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