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Volume Heft 3/4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 44.2010 (Rights reserved)

Informationsvermittlung Themen Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 10 977 Abseits des eigenen Schriftenservers kann aber ebenso ein Workshop zu „Wikis und Weblogs“ ein sinnvolles Angebot der Bibliothek darstellen. Der aktive Einsatz dieser kollaborativen Publikationswerkzeuge gewinnt auch innerhalb des Stu- diums an Bedeutung und muss erlernt werden. Nun ist das dargestellte Spektrum von möglichen Inhalten für Veranstaltungen zur Vermittlung von Informationskompetenz zugegebenermaßen sehr breit und nicht für jedes Thema werden sich innerhalb der eigenen Institution interessier- te Teilnehmer finden lassen. Einige Schulungsbibliothekare werden zudem Be- denken äußern, insbesondere hinsichtlich technischer und rechtlicher Inhalte, die ihre Kompetenzen übersteigen. Aber warum sich für diese Veranstaltungen nicht externes Know-how ins Haus holen? Vielleicht ergeben sich Möglichkeiten zur Kooperation mit Lehrenden aus der Rechtswissenschaft oder Informatik. Mög- licherweise sind aber auch Mitarbeiter aus Rechenzentrum oder Justitiariat gerne bereit, gemeinsam eine Veranstaltung zu bestreiten. Auch eine Kontaktaufnahme zu den Kollegen an der Nachbarhochschule kann ein Mittel sein, um das eigene Veranstaltungsangebot durch auswärtige Expertise zu erweitern. Lehr- und Lernformen zur Vermittlung von Informationskompetenz Die Didaktik, eine Unterdisziplin der Pädagogik, umfasst Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens. Im Gegensatz zu den Fachdidaktiken der einzelnen Wissen- schaftsfächer beschäftigt sich die Allgemeine Didaktik dabei fachübergreifend mit der Gestaltung von Lernangeboten sowie der Lerntechnik.3 Innerhalb der Didaktik waren in den letzten Jahren und Jahrzehnten behaviou- ristische Lerntheorien heftiger Kritik ausgesetzt und wurden weitgehend durch konstruktivistische Lernideen abgelöst. Der Behaviourismus stellt die Lehrkraft als Autorität und die Wiedergabe von In- formationen sowie das Memorieren von Fakten in den Vordergrund. Individuelle Faktoren werden völlig vernachlässigt, vielmehr wird verhaltenspsychologisch einem „Lehrinput“ generell ein „Lernoutput“ als Reaktion unterstellt.4 Demgegenüber stellen konstruktivistische Lernideen den Lernenden in den Vor- dergrund. Lernen wird als ein individueller, selbstgesteuerter Prozess betrachtet, der je nach Vorkenntnissen und Vorerfahrungen sehr unterschiedlich verlaufen kann. Der Lernende soll weitgehend eigenständig Lösungen entwickeln anstatt Fakten auswendig zu lernen. Aus konstruktivistischer Sicht wird die Aufgabe einer Lehrkraft in erster Linie als die eines Coach gesehen, der den individuellen Lern- 3 Vgl. Riedl, Alfred: Grundlagen der Didaktik. Stuttgart: Steiner, 2004, S. 8–9. 4 Vgl. Mietzel, Gerd: Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens. 8. Aufl. Göttingen u.a.: Hogrefe, 2007, S. 35–36.
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