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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 44.2010 (Rights reserved)

Ausland Themen Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 10 941 Die Lilly Library der Indiana University in Bloomington Gernot U. Gabel Wer aus New York oder Washington in den Mittleren Westen der USA aufbricht, der kommt nach Überquerung der Appalachen in das einstige Prärieland, das heute von Viehfarmen und riesigen Mais- und Getreidefeldern geprägt ist. Inmit- ten einer solch ländlichen Umgebung wird man kaum eine Spezialbibliothek mit umfangreichem Rara-Bestand vermuten. Und doch bietet die vor fünfzig Jahren eröffnete Lilly Library, angesiedelt in der kleinen Universitätsstadt Bloomington im Bundesstaat Indiana, einen Reichtum an Büchern und Manuskripten, der sie zu einer der bedeutendsten des Landes mit historischem Buchbesitz macht. Die Universität Nachdem das einst zum französischen Kolonialreich gehörende Indiana-Territo- rium 1816 als 19. Staat den jungen Vereinigten Staaten beigetreten war, strömten viele Siedler in den fruchtbaren Landstrich zwischen den Flüssen Ohio und Wa- bash. Das in der Hauptstadt Indianapolis tagende Landesparlament hielt es für an- gezeigt, zwecks Förderung des Bildungswesens nicht nur Schulen zu etablieren, sondern auch schon Einrichtungen des tertiären Bildungssektors zu gründen, und verabschiedete 1820 ein Gesetz, mit dem in Bloomington das „Indiana State Se- minary“ geschaffen wurde. Dieses nahm vier Jahre später mit zehn Studenten den Lehrbetrieb auf, wurde 1828 in „Indiana College“ umbenannt und ein Jahrzehnt später in den Rang einer Universität erhoben. Mit etwa einhundert Studierenden zählte diese damals zu den kleineren Hochschulen des Landes, und es galt als Sen- sation, dass sie 1867 als eine der ersten staatlichen Universitäten eine Frau imma- trikulierte. 1883 war dann in doppelter Hinsicht ein markantes Datum: Die Univer- sität konnte ihre erste Doktorurkunde verleihen, und ein Feuer auf dem Campus vernichtete sämtliche aus Holz errichteten Kollegiengebäude. Die Hochschullei- tung entschied sich dann für ein neues Campusgelände am östlichen Stadtrand, wo ab 1884 die nun aus Sandstein errichteten Hörsäle und Verwaltungsbauten entstanden. Seit dem frühen 20. Jahrhundert hat sich die Universität zu einem Hochschulsys- tem mit mehreren Zweigstellen entwickelt (heute insgesamt 8) mit Bloomington als dem Hauptcampus. Heute als „green campus“ gelobt, sind die Kollegienge- bäude, Labors und Studentenheime in großzügige Rasenpartien und Baumalleen eingebettet und ein Bach durchfließt diese gepflegte Parklandschaft. Die Expan- sionsphase der Indiana University setzte nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein, als der Kongress in Washington die sogenannte „GI Bill“ verabschiedete, die ehe- maligen Soldaten dank verbilligter Studienkredite den Besuch einer Hochschule
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