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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue44.2010 (Rights reserved)

Aus der BID Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 10 915 Aus der BID Aus den Verbänden Deutscher Bibliotheksverband (dbv) Bibliotheksverband schlägt Alarm: zwei Drittel aller kommunalen Bibliotheken von Einsparungen betroffen 59% aller kommunalen Bibliotheken sind von Maßnahmen zur Haushaltskonso- lidierung bereits jetzt oder in den nächsten Monaten betroffen. Dies ergab eine Umfrage, die der Deutsche Bibliotheksverband e.V. von April bis Mai 2010 unter seinen 1.284 hauptamtlich geführten kommunalen Bibliotheken durchgeführt hat. Die hohe Rücklaufquote von 70% zeigt, dass die Befragung den Nerv der Mit- glieder getroffen hat. 20% aller Bibliotheken müssen seit dem Frühjahr 2010 mit einer globalen Haus- haltssperre arbeiten, in Städten über 100.000 EW sind es 40% aller Bibliotheken. Bei 43% sind Kürzungen der Mittel bereits realisiert oder fest geplant, bei 28% sollen die Gebühren erhöht werden, ein Drittel wurde aufgefordert, Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung einzureichen. Die Krise der öffentlichen Haushalte wirkt sich jetzt unmittelbar auf die Angebote der Bibliotheken aus: 38% der kommunalen Bibliotheken haben entweder zeitlich begrenzte oder dauerhafte Kürzungen in ihrem Erwerbungsetat zu verkraften. Es gibt bereits Bibliotheken, die in diesem Jahr ganz ohne Medienetat auskommen müssen. 8% der Bibliotheken müssen Öffnungsstunden kürzen, 23% der Biblio- theken Veranstaltungen und andere Angebote reduzieren, 13% bereits geplante Projekte, wie z.B. Baumaßnahmen streichen. 20 Bibliotheken melden, dass sie be- reits ganze Abteilungen oder Zweigstellen schließen mussten oder diese Schlie- ßung droht. Besonders stark von den Kürzungen betroffen sind kommunale Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen mit 64% und Mecklenburg-Vorpommern mit 42%. Auch der Personalbereich bleibt nicht verschont: 26% der Bibliotheken melden, dass Stellen nicht wieder besetzt werden können, und 21% müssen mit dauerhaften Stellen- streichungen umgehen. In Städten über 100.000 EW mussten bereits 60% der Bibliotheken Stellen streichen. „Das Zusammentreffen von Etatkürzungen, Reduzierung der Bibliotheksangebote, Verringerung der Öffnungszeiten bei gleichzeitiger Gebührenerhöhung und schlei- chendem Abbau des Personals wird die Dienstleistungen der Bibliotheken massiv beschneiden. Diese sukzessive Aushöhlung der Bibliotheken trifft in vielen Fällen auf eine grundlegende, schon länger bestehende unzureichende Grundausstat- tung. Der gesellschaftliche Anspruch auf öffentliche Bibliotheksleistungen, der
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