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Volume Heft 8/9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 44.2010 (Rights reserved)

Bestandserhaltung Themen Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 8/9 777 Zeitungsforschung der Stadt Dortmund Gelegenheit war. Die von Dr. Gabriele Toepser-Ziegert geleitete kommunale Einrichtung verfügt über eine der bedeutends- ten Zeitungssammlungen der Bundesrepublik, umfangreiche pressegeschicht- liche Literatur und pflegt zudem Sondersammelgebiete wie z.B. journalistische Nachlässe, politische Karikaturen und Plakate. Den Medienwechsel – ob nun vom Original oder vom Mikrofilm – zum Digitalisat beleuchteten drei Vorträge, denen die Vorsitzende des MFA, Dr. Annette Gerlach, einführende Bemerkungen voranstellte mit einem Bericht über die von der Deut- schen Forschungsgemeinschaft ins Auge gefasste Förderung der Zeitungsdigita- lisierung. Ein erstes Expertentreffen, zu dem die DFG je zur Hälfte Vertreterinnen und Vertreter von Kommunikationswissenschaft und Bibliotheken im November 2009 nach Bremen geladen hatte, hat zunächst Vorschläge der Wissenschaftler für herausragende Zeitungstitel des 17.–20. Jahrhunderts und eine ganze Palette von Wunschvorstellungen für die Erschließung und Präsentation des sperrigen Mediums Zeitung im Web erbracht. Inwieweit über einige aufwändige „Leucht- turmprojekte“ von nationaler Bedeutung hinaus die für Deutschland so typischen Regionalzeitungen bei der Digitalisierung eine DFG-Förderung werden erfahren können, blieb vorerst offen, wie auch ein mögliches Kriterienraster für den Zu- schnitt einer solchen Förderlinie. Ein weiterer Workshop soll sich mit Fragen der technischen Grundlagen, Erschließungsstandards, Präsentationsoberflächen und der Zusammenführung in einem Zeitungsportal, also den eher bibliothekarischen Problemen der Zeitungsdigitalisierung befassen. Ulrich Hagenah (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg) beleuchtete in einem Überblick über „Regionalbibliotheken und Zeitungsdigitalisierung“ das bisher ausgesprochen buntscheckige Bild regionaler Ansätze. Die Nachfrage nach historischen Zeitungen im Netz nimmt ständig zu, insbesondere aufgrund ihrer universalen wissenschaftlichen Dignität als historische Quelle. Dazu hat der „cultural turn“, mit dem sich die Geschichtswissenschaft zuletzt vermehrt Bewusstseinsbildungsprozessen, der Entstehung und Wirkung sozialen Wissens zugewandt hat, noch einmal verstärkend beigetragen. In etlichen Bundesländern spielen Zeitungen in Digitalisierungsprogrammen eine Rolle, etwa in Bayern (im Rahmen der Bayerischen Landesbibliothek Online), Nordrhein-Westfalen oder Thüringen. In vielen weiteren Regionalbibliotheken sind Anfänge gemacht oder Planungen für Zeitungen im Rahmen landeskund- licher und landesgeschichtlicher Digitalisierungsvorhaben im Gange. Für diese Aufgabe verfügen die Regionalbibliotheken mit ihren Pflichtexemplarbeständen, mit ihrer spartenübergreifenden Vernetzung mit Archiven – den ebenso wichti- gen Zeitungsbesitzern! –, Museen, Geschichtsvereinen oder auch Verlagen und mit ihrer regionalhistorischen Kompetenz über beste Voraussetzungen.
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