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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue44.2010 (Rights reserved)

Notizen Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 6 645 Notizen Neue Initiative „Copyright for Creativity“ fordert zeitgemäßeres Urheberrecht In Brüssel wurde am 5. Mai 2010 in Anwesenheit zahlreicher europäischer Abge- ordneter die Initiative „Copyright for Creativity (C4C)“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Rahmen von C4C setzen sich führende europäische Kultur-, Wissenschafts- und Bildungsorganisationen für ein zeitgemäßeres und wettbewerbsfreundlicheres Urheberrecht ein. Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) gehört zu den Erstun- terzeichnern der „C4C Declaration“. Gegenwärtig regelt das europäische Urheberrecht überwiegend die Zuteilung von Exklusivrechten für einzelne Rechteinhaber. Ein derartig einseitig ausgerich- tetes Urheberrecht behindert aber die wissenschaftliche Entwicklung und bremst Kreativität und Innovationskraft. Ein ausgewogeneres, flexibleres und europaweit harmonisiertes Urheberrecht ist eine Grundvoraussetzung, damit Europa in der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts nicht den Anschluss verliert. Der Deut- sche Bibliotheksverband und die übrigen Unterzeichner der Initiative erhoffen sich vom europäischen Gesetzgeber unter anderem: • Eine Harmonisierung der Urheberrechtsschranken in Europa. Die teilweise sehr unterschiedlichen nationalen Regelungen bremsen den freien Austausch von Waren und Ideen zwischen den europäischen Staaten. • Ausnahmen zugunsten von Menschen mit Behinderung. Menschen mit Be- hinderung sind abhängig davon, sich mit Hilfe neuer Technologien Inhalte zu „übersetzen“, von denen sie ansonsten aufgrund ihrer jeweiligen Behinde- rung abgeschnitten sind. Wo immer das Urheberrecht diese „Übersetzung“ bisher behindert, sollten verbindliche Schranken den Informationszugang für Menschen mit Behinderung gewährleisten. • Ausnahmen zum Wohle von Wissenschaft und Bildung. Ein freier Austausch von wissenschaftlicher Information darf nicht durch eine einseitige Zuteilung von Exklusivrechten behindert werden. Ohne den freien Austausch von Infor- mationen sind wissenschaftliche Forschung und umfassende Bildung nicht möglich. Das Urheberrecht muss daher durch entsprechende Schranken ge- währleisten, dass ein freier Informationsaustausch – als Motor von Wissen- schaft und Bildung – nicht alleine für die ökonomischen Interessen Einzelner eingeschränkt wird. • Bewahrung und Erschließung des kulturellen Erbes Europas. Die Digitalisie- rung von Dokumenten in Archiven, Museen und Bibliotheken ermöglicht es, vorhandene kulturelle Schätze besser für die Nachwelt zu sichern und den Zu- gang zu ihnen allen europäischen Bürgern zu ermöglichen. Ein zeitgemäßes
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