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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 44.2010 (Rights reserved)

Themen Bibliotheken 608 Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 6 und nicht zu klein sein. Es geht nicht um die Durchsetzung einer bloß formalen Regelung, aber Formalien können sehr hilfreich, genauer: zwingend erforderlich für die Erreichung bestimmter Ziele sein: Formalien sind an dieser Stelle unerläss- lich! „Ausnahmen“ (vgl. Wicke 2007, 761) sind stets in angemessenem Verhältnis zur Regel zu machen! An einem Stichtag wurde für die UB der EUV ermittelt, welche Anzahlen von Me- dien im Lesesaal und im Magazin von einzelnen Fächern in Anspruch genommen wurden. Dabei wurden erhebliche Differenzen der Fakultäten ermittelt. Wie auch immer mit den Differenzen umgegangen wird, d.h. egal wie über die künftige Verteilung des Platzes entschieden wird, ergibt sich die Notwendigkeit und Mög- lichkeit, schon jetzt Platz zu sparen, indem dauerhaft eine kriteriengeleitete Aus- sonderung betrieben wird. Eine Vorgabe solcher Kriterien soll nicht die Funktion haben, in den Kompetenzbereich von Fachreferenten hineinzureden; wenn die (z.B. durch Nutzung der u.a. Kriterien) sich an die vereinbarten Quoten halten, ist der Fall in Ordnung. Aber wenn nicht, sind die folgenden Kriterien hoffentlich sinnvolle Hilfsmittel für die Formulierung von Vorgaben. Es ist hier allerdings wie so oft im Leben: Eine begriffliche Klarheit ist eine notwendige, aber nicht hinrei- chende Bedingung einer bestimmten Praxis. Die praktische Durchsetzung von Aussonderung ist auch an einen sozialen Kontext gebunden, der u.a. Kontrolle und Hierarchie beinhaltet. Aussonderungskriterien: • Entbehrlich: Bibliotheksgut ist nicht von besonderem Quellenwert oder histo- rischer Bedeutung und entspricht nicht (mehr) der Versorgungsfunktion der Bibliothek; Bibliotheksgut ist mehrfach am Ort vorhanden (evtl. sogar in neu- eren Auflagen) und wird nicht häufig benutzt. • Unbrauchbar: Benutzbarkeit des Bibliotheksguts ist nicht mehr gegeben, bzw. nicht mehr zumutbar und kann nicht mit vertretbarem Aufwand wieder her- gestellt werden; bei Nichtprintmaterialien ist die technische Voraussetzung für die Benutzung nicht mehr gegeben. Die Begriffe „entbehrlich“ oder „unbrauchbar“ treffen zu, d.h. Medien können oder sollten, nein, sie müssen ausgesondert werden, wenn eine oder mehrere der folgenden Bedingungen vorliegen:12 Mehrfach vorhanden oder überholt • Nachdruck, wenn das Original in dieser Bibliothek vorhanden ist • Doppelpublikationen/Sonderdrucke nur Naturwissenschaften gäbe. Das entbindet uns als vorwiegend geistes- und sozialwissenschaftliche Bibliothek aber nicht von der Notwendigkeit, dieses Thema zu bearbeiten und d.h. auch praktisch zu werden! 12 Diese Ausführungen beziehen sich insbes. auf „Platzfresser“, weniger z.B. auf Mikroformen.
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