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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 44.2010 (Rights reserved)

Erschließung Themen Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 5 467 Ein Feld, auf dem Amerikaner und Deutsche bereits voneinander lernen, präsen- tierte abschließend Guido Bee, Deutsche Nationalbibliothek, mit der DDC.23 Die Deutsche Nationalbibliothek erschließt nunmehr seit vier Jahren ihre Neuzu- gänge mit dieser international verbreiteten Klassifikation. Ihr wird nach wie vor vorgeworfen, wissenschaftlich veraltetet, zu anglo-amerikanisch und zu teuer zu sein. Diesen Vorbehalten konnte Guido Bee Einiges entgegensetzen. Er schilderte zunächst die Art und Weise der Aktualisierung dieses Wissensorganisationssys- tems. Erschien früher nur alle sieben Jahre eine neue Druckausgabe – die 23. Auf- lage wird 2011 erwartet –, so sind die Innovationszyklen längst kürzer geworden und werden sich mit dem Erscheinen des neuen WebDewey 2010 sogar zur ta- gesaktuellen Ausgabe wandeln. Neues Wissen kann somit umgehend integriert und in den jeweiligen Übersetzungen wie der deutschen nachvollzogen werden. Über Änderungsvorschläge, die von den Mitarbeitern bei OCLC, aber auch von der internationalen Anwendergemeinschaft angeregt werden, beschließt das Edi- torial Policy Committee (EPC) regelmäßig. Themen, die entweder an öffentlicher Bedeutung gewonnen haben, zu denen vermehrt Literatur produziert wird bzw. für die bei den nationalen Anwendern Literatur anfällt, können neu in die DDC eingebracht werden. So können z.B. neue Klassen eingeführt oder Klasseninhalte verändert werden. Guido Bee erläuterte dies an thematischen Beispielen wie Ter- rorismus, Smartphones und dem EU-Recht. Er berichtete weiter von den Anstren- gungen der europäischen DDC-Interessengruppe EDUG24, der anglo-amerikani- schen Zentriertheit der DDC, etwa in den Fächern Pädagogik und Archäologie, entgegenzuwirken. Dem Vorwurf der mangelnden freien Zugänglichkeit konnte er schließlich mit der neuen Lizenzvereinbarung zwischen OCLC und der Deutschen Nationalbibliothek begegnen. Diese erlaubt es, die deutsche DDC in vollständiger Tiefe zur nicht- kommerziellen Nutzung frei zur Verfügung zu stellen.25 Bisher hinderliche Copy- right-Beschränkungen sind damit erheblich aufgeweicht. Der Trend geht außer- dem auch hier zu einer vollständigen Linked-Data-Bereitstellung, wie sie für die obersten Ebenen der DDC bereits in 10 Sprachen im Netz zu sehen ist.26 Nachfragen und Diskussionen nach den Vorträgen zeigten, dass die kostenfreie Nachnutzung möglichst vieler Norm- und Katalogdaten gewünscht wird. Alle Vorträge wiederum bewiesen, dass die traditionelle Sacherschließung tatsäch- lich im Onlinezeitalter angekommen ist und die Entwicklungen sich deutlich am Rechercheverhalten ausrichten. Die Nutzerfreundlichkeit von Angeboten kann 23 http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2010/840/ 24 http://www.slainte.org.uk/edug/ 25 http://www.ddc-deutsch.de/produkte/cc-lizenz.htm 26 http://dewey.info/
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