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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue44.2010 (Rights reserved)

Themen Erschließung 466 Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 5 6. und 7. Ergänzungslieferungen von 2009/201019 sind die Schlagwortkettenbil- dung reformiert, die Permutation abgeschafft sowie die Syntaxregeln liberalisiert worden. Damit ergibt sich zugleich die Grundlage für eine harmonisierte Anwen- dung der Regeln zur verbalen Erschließung in den Bibliotheksverbünden. Die Re- gelwerkssprache wurde klarer, auf Sonder- und Ausnahmeregeln wurde vermehrt verzichtet. Die Zukunft gehört der Öffnung der Regeln und Normdaten für Anwender außer- halb des Bibliothekswesens. Was können wir Sacherschließer von den Amerikanern lernen? Das schilderte Heidrun Wiesenmüller, Hochschule der Medien Stuttgart, nachdem sie zuerst auf anschauliche und plausible Weise darlegte, was Amerikaner von deutschen Sach- erschließern abschauen könnten: dazu analysierte sie die Ansätze zur Weiterent- wicklung der LCSH.20 RSWK/SWD-Entwickler können recht zufrieden auf ihre bis- herige Arbeit blicken und könnten eigentlich behaupten, die LCSH beeinflusst zu haben, wenn man in den USA mehr über deutsche Sacherschließung wüsste. So war Wiesenmüllers Beitrag zugleich in Plädoyer dafür, international sichtbarer zu werden, insbesondere mehr auf Englisch zu publizieren. Was zeigt nun der Systemvergleich? LCSH und RSWK/SWD sind sich im Wesen ähnlich, jedoch sind die deutschen Schlagwörter präkoordiniert, d.h. kleine Bau- steine, die für die Präsentation der Themen eines Werkes zusammengesetzt wer- den können und damit eine hohe Flexibilität in der Beschreibung erlauben. Die LCSH bieten aufgrund ihrer Präkombination bisher nicht solche vielfältigen Kom- binationsmöglichkeiten, sind starrer, in den Ansetzungsregeln komplizierter und führen oft zu eher weiten thematischen Zuordnungen der Titel. Seit einigen Jah- ren wächst die Kritik an der schwerfälligen LCSH-Struktur. Ansätze wie die stärkere Facettierung, etwa im Rahmen von FAST, versuchen dem entgegenzuwirken.21 Die positiven Reaktionen in den USA auf diese Ansätze seien zugleich eine Be- stätigung für die Richtigkeit des deutschen Weges, so Wiesenmüller. Dennoch ist auch in der deutschen Sacherschließung Vieles optimierbar, insbesondere wenn es um die Recherche geht. So bieten US-amerikanische Bibliothekskataloge meist bessere Suchmöglichkeiten durch Blättern in Indexlisten für Schlagwortfolgen. Hier kann man sich in der von Armin Kühn zuvor bearbeiteten Frage, wie man die erstellten Daten „härter arbeiten lassen kann“, einige Anregungen holen.22 19 http://www.d-nb.de/eng/standardisierung/regelwerke/afs_dok_reg_entw.htm 20 http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2010/879/ 21 Ausführlich dazu s. bereits Wiesenmüller, Heidrun: LCSH goes RSWK. Bibliotheksdienst (43) 2009, H. 7, S. 716, www.zlb.de/aktivitaeten/bd_neu/.../Erschliessung010709BD.pdf 22 S. dazu auch Wiesenmüller, Heidrun: Daten härter arbeiten lassen und besser präsentieren – Sacherschließung und Normdaten in Online-Katalogen in BuB 1, 2010, S. 48
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