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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue44.2010 (Rights reserved)

Erschließung Themen Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 5 465 die Regeln für die Schlagwortkatalogisierung (RSWK) und die SWD zunehmend modernisiert, vereinfacht und internationalisiert werden.16 Hatten die Diskussionen um das internationale Katalogisierungsregelwerk Re- source Description and Access (RDA) in den vergangenen Jahren das Augenmerk hauptsächlich auf Änderungen in der Formalerschließung, rücken nun auch die bisher ungefüllten RDA-Kapitel 4,7 und 10 zur Sacherschließung auf die Agenda. Dörte Braune-Egloff zeigte zunächst, unter welchen Einflüssen die RSWK in der letzten Zeit weiterentwickelt wurden. Neben RDA sind vor allem das FRBR-Mo- dell und die International Cataloguing Principles (ICP)17 wichtige Einflussfaktoren. Alle zusammen sorgen dafür, dass die Sacherschließung nunmehr als integraler Bestandteil bibliothekarischer Erschließung gesehen wird. Im Rahmen des FRBR- Modells liegt seit 2009 ein Entwurf für thematische Normdaten vor – FRSAD (Func- tional Requirements for Subject Authority Data).18 Neben diesen Datenmodellen verändert sich die Datenhaltung durch den Um- stieg auf das Austauschformat MARC21. Sind die Vorgehensweisen in der MARC- und MAB-Landschaft auch recht unterschiedlich, so bleiben die Datenverluste bei der Transformation jedoch gering. Grundsätzlich lassen sich alle bisherigen RSWK/SWD-Daten auch in MARC21 abbilden, einschließlich der Schlagwortket- ten. Änderungen im Format werden allerdings Regelwerksänderungen bedingen, etwa im Bereich der ortsgebundenen Körperschaften, die künftig entfallen. Die internationale Sichtbarkeit der deutschsprachigen Normdateninhalte gilt es gegen nationale Alleingänge im Format abzuwägen, die die Informationsfülle unserer Daten gegebenenfalls besser widerspiegeln. Esther Scheven stellte die Zusammenführung der drei großen deutschen Norm- dateien SWD, Personennamendatei (PND) und Gemeinsame Körperschaftsdatei (GKD) zur Gemeinsamen Normdatei (GND) vor. Die GND soll auch die Einheits- sachtitel für Musik (EST) integrieren. Sie soll die Normdaten nicht nur in MARC21 abbilden, sondern auch Semantic web-fähig machen und mehr Relationstypen als heute bzw. heutige traditionelle Thesauri anbieten. Die Expertengruppen des Standardisierungsausschusses arbeiten mit Hochdruck an der Modellierung. Be- reits 2011 soll die GND in Betrieb gehen. In den Projekten PERSO und Gemeinsame Körperschaftsregeln wurden bereits Grundlagen dafür geschaffen. Erforderlich ist nun eine vollständige Überarbeitung der RSWK. Der Auftrag zur Vereinfachung, der von mehreren Seiten, unter anderem der Arbeitsgemeinschaft der Verbund- systeme, an die Regelwerkshüter herangetragen wurde, ist bereits erfüllt. Mit den 16 http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2010/874/pdf /RSWK-Revision-final_korr.pdf 17 http://www.ifla.org/publications/statement-of-international-cataloguing-principles 18 http://nkos.slis.kent.edu/FRSAR/index.html
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