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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue44.2010 (Rights reserved)

Digitale Bibliothek Themen Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 5 417 2.1 Klärung der Rechtslage Vor Beginn eines Digitalisierungsvorhabens ist die Rechtslage zu klären. In diesem Zusammenhang muss geklärt werden, ob es sich um gemeinfreies Material27 han- delt oder ob es Rechteinhaber gibt (Urheber oder Erben). Sofern die Institution nicht selbst Rechteinhaberin ist, muss das Einverständnis des Rechteinhabers ein- geholt und vertraglich geregelt werden.28 Jeder zu digitalisierende Bestand sollte nur einmal gescannt oder fotografiert werden. Hierfür sprechen zum einen der Faktor Zeitaufwand, zum anderen aber auch die durch die Archivierung eines jeden Digitalisates entstehen Kosten.29 Außerdem sind Bestände bei jeder Form der Formatkonvertierung (Fotokopie, Mikrofilm, Digitalisierung, …) immer auch Belastungen ausgesetzt. 2.2 Digitalisierungshardware Je nach vorliegendem Material (Größe, Zustand) kann unterschiedliche Digitalisie- rungshardware eingesetzt werden: Digitalkamera, Flachbettscanner, Buchscan- ner, Spezialkonstruktionen (bspw. Grazer Buchwippe für die Göttinger Gutenberg- bibel), Scanroboter oder Dokument-Feeder. Nach Auskunft des GDZ schwanken die Kosten zwischen 200 und 600 € für einen Flachbettscanner und 10.000 bis 45.000 € für einen Buchscanner bzw. mehr als 100.000 € für einen Scanroboter.30 Nach erfolgtem Scannen müssen die Digitalisate bis zur endgültigen Veröffent- lichung (online oder offline) für eine evtl. Qualitätskontrolle oder zur weiteren Be- arbeitung zwischengespeichert werden. Dies kann entweder auf einem lokalen oder zentralen Scanserver erfolgen. Beim zentralen Scanserver kann dabei noch zwischen einer Speicherung on the fly, nach der Digitalisierung oder im Batchbe- trieb unterschieden werden.31 Vor Beginn eines Digitalisierungsvorhabens ist zu überlegen, ob das Projekt als In- house-Projekt umsetzbar ist oder ob externe Dienstleister beauftragt werden sol- len. Die Zusammenarbeit mit anderen Bibliotheken, Archiven und Forschungsein- richtungen ist zu überlegen. Bei Inhouse-Projekten müssen Hard- und Software 27 Der Urheberrechtsschutz endet in Deutschland 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, siehe § 64 Urheberrechtsgesetz vom 13.9.2003. 28 Vgl. Pfenninger, K. (2001): Bildarchiv digital. Stuttgart: Theiss (Museumsmagazin, 8), S. 19ff. 29 Vgl. Bulle (Anm. 20), darin S. 15. 30 Vgl. Stockmann, R. (2008): Digitalisierung in Bibliotheken. Grundlagen, Planung und praktische Durchführung. Vortrag von September 2008, Folie 43. 31 Vgl. Stockmann (Anm. 30). Bei umfangreichen Projekten wird der Einsatz einer Logistiksoftware empfohlen. Das GDZ hat bspw. das System goobi entwickelt: http://gdz.sub.uni-goettingen.de/entwicklung/workflow-goobi/.
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