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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 44.2010 (Rights reserved)

Themen Beruf 382 Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 5 nach4 vor. Dieses Programm soll hier in Hinblick auf die Situation neuer Führungs- kräfte in Bibliotheken kritisch untersucht werden.5 1. Coaching – Was ist das? Bei dem Versuch, diese Frage zu beantworten, fällt zunächst auf, dass der Begriff „Coaching“ gegenwärtig sehr inflationär gebraucht wird. Eine Google(.de)-Suche des Begriffs „Coaching“ am 3.11.2008 brachte allein 68.300.000 Treffer, in Google Scholar immerhin noch 281.000 Treffer, eine Schlagwortsuche im BVB ergab 642 Treffer und eine Suche unter „Alle Wörter“ im GVK 1674 Treffer.6 Beim genaueren Hinsehen – dies gilt besonders für die Treffer im World Wide Web, aber in einem gewissen Maß auch für die Bibliothekskataloge – wurde schnell deutlich, dass eine Fülle von Coaching-Angeboten sowie von Praxis-Handbüchern und Selbsthilfe- Literatur für diesen Bereich vorhanden ist. Birgmeier stellt in seinen Erläuterungen zu Bönings Grafik „Die Entwicklung des Coaching-Begriffs“ (2000) fest: „Trotz (oder wegen!) der […] möglichen Systematisierung von Coaching […] verbreiteten sich die Anwendungsgebiete und eingesetzten Methoden im Übergang zur populistischen Phase seit Mitte der neunziger Jahre fast selbst- verständlich ganz erheblich, sodass – derart populär geworden – mittlerwei- le ‚nahezu alle Formen von klassischer Beratung, Trainings, Schulungen und Seminaren von Anbietern jeglicher Art als ‚Coaching’ neu vermarktet werden – von Esoterik-Angeboten und ‚Online-Coachings’ ganz zu schweigen’ (Rauen 2003,1). Diese Umstände machen es sehr schwer, eine allgemeine Definition für das Wesen und das Spezifikum von Coaching festzulegen, geschweige denn, die Besonderheit von Coaching konzeptuell und inhaltlich eindeutig zu bestimmen. Begünstigt durch die ‚Krise des Trainingsgeschäfts’ (Kühl 2005, 27; These 81) einerseits und durch geschickte Marketing-Strategien anderer- seits werden dementsprechend heute vielfach Umetikettierungen klassischer 4 Ein weiteres Coaching-Programm für Führungskräfte, jedoch nicht spezifisch für neue Führungskräfte in der Einführungsphase hat Masurek vorgelegt. Dieses kann jedoch in der vorliegenden Arbeit nicht zusätzlich berücksichtigt werden. Vgl. Masurek, Ilona, Einzelcoaching: Rollenberatung von Führungskräften. Praxisanalyse und Handlungs- empfehlungen für die Diffusion individueller Lernprozesse in Unternehmen, Münster 2005. 5 Die Frage nach der Finanzierung von Coaching an Bibliotheken soll hier bewusst außen vor gelassen werden und wäre getrennt zu erörtern, falls es eine positive Entscheidung gibt. 6 Die Suche nach den Begriffen „Coaching“ UND „Bibliothek“ (in unterschiedlichen Sprachen) ergab hingegen kaum wissenschaftlich verwertbare Treffer.
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