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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 44.2010 (Rights reserved)

Themen Erschließung 30 Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 1 da Broughten aus Großbritannien kritisch mit den komplizierten Strukturen von UDC, insbesondere mit den zusammengesetzten Notationen, auseinander. Diese sind ein Hindernis für die maschinelle Verarbeitung und bieten dem Benutzer in seiner gewohnten Sprache kaum Zugang. Vanda Broughten zeigte die Unter- schiede zwischen den Strukturen von UDC und BC2 (Bliss Bibliographic Classifi- cation) auf und beleuchtete das von Benutzern gebrauchte Vokabular näher, um festzustellen, dass es eine der größten Herausforderungen sein wird, ein Gleich- gewicht zu schaffen zwischen den rigorosen Strukturen einer Klassifikation und der komplexen menschlichen Sprache. Claudio Gnoli von der Universität Pavia stellte während der dritten Session einige Gedanken über die Unterschiede zwischen bibliografischen Klassifikationen und Objektklassifikationen zur Diskussion. Sein Grundtenor war, dass die Zusammen- führung von Inhalten aus Bibliotheken, Archiven und Museen in digitale Biblio- theken die bisherige Trennung der Objekttypen (bibliografische Information vs. „echte“ Objekte) aufhebt und dass die Wissensorganisationssysteme auf Kom- patibilität mit diesen neuen Anwendungsgebieten überprüft werden müssen. Er verwendete dabei den Begriff „Wissensobjekte“ („objects of knowledge“), und betonte, dass für die Wissensorganisation künftig nicht mehr die bibliografischen Einheiten im Zentrum stehen dürfen, sondern vielmehr die Phänomene oder Wis- sensobjekte den Kernpunkt bilden sollen. Dies sei seines Erachtens der einzige Weg zur Interoperabilität. Als Beispiel zeigte er anhand des Begriffes „Dudelsack“ aus der Integrative Level Classification, wie er sowohl Literatur, als auch z.B. Museumsobjekte finden konn- te, die mit dem Phänomen „Dudelsäcke in der norditalienischen Folklore“ zusam- menhängen. Claudio Gnoli hat dabei einige grundlegende Fragen aufgeworfen, die auch für die Deutsche Digitale Bibliothek und deren Engagement wichtig sind, v.a. wenn es darum geht, wie die Objekte und Ressourcen dort organisiert sein sollen. Felix Boteram und Jessica Hubrich aus Deutschland (Fachhochschule Köln) be- schlossen den ersten Tag mit einem Vortrag zu den Projekten RESEDA und CrissCross (http://linux2.fbi.fh-koeln.de/reseda/index.html). Ausgehend von einem allgemeinen KOS („Ontologischen-Spine“) wurden Interoperabilität zwischen Sys- temen, wie konkrete Schlagwortnormdateien und Klassifikationsschemen, deren Spezifizierung, Relationen und enthaltene semantische Informationen aufgezeigt. Der zweite Tag der Konferenz enthielt die Vortragsreihen 4–6. Die vierte Session umfasste Beiträge zum Thema „Klassifikation und Semantic Web“. In diesen Vorträgen waren Web Ontologie Standards wie SKOS (Simple Knowled- ge Organization System), Entwicklungen von Terminologie-Mapping-Technolo- gien sowie Vernetzungen von vielfältigen Informationsangeboten immer wieder-
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