Path:
Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 44.2010 (Rights reserved)

Themen Erschließung 26 Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 1 Das System analysiert dann mit Hilfe eines Wörterbuchs bzw. eines Wissensorga- nisationssystems die Bedeutung der Tags und verteilt sie auf vordefinierte Tag- Kategorien (wer will, kann die Tags natürlich sofort den Kategorien zuordnen). Für Dagobert Soergel ist wichtig, dass die Taggingsysteme die Nutzer ermuntern, „out-of-the-box“ zu denken und kreative Tags zu vergeben, während das System die „einfachen“ Tags (Farben, Formen sowie für den Computer leicht zu erkennen- de Sachverhalte wie „Haus“, „Schiff“ etc.) vorgeben soll. Des weiteren wurden mögliche Wege angesprochen, um das Chaos im Web durch semantisch verständliche Strukturen für Mensch und Computer zu ordnen. Dabei müssen die Frontends den Nutzern helfen, ihre Fragen zu formulieren und dabei einen Teil der Komplexität verstecken („Users don’t know facets!“). Klassifikatio- nen können hier nützlich sein, indem sie durch Struktur und Ordnung das Verste- hen des Informationsraumes vereinfachen, denn, so Soergel, „Verstehen verlangt Struktur“. Der zweite Teil des Vortrages beschäftigte sich mit dem Chaos der Ontologien und Wissensorganisationssysteme im Web. Welche Auswege lassen sich hier fin- den? „Mapping through a Hub“ in Verbindung zur Klassifikation und zum kontrol- lierten Vokabular (hier am Beispiel von Dewey und LCSH demonstriert) sowie die Entwicklung neuer Standards mit konzeptionellen Hub-KOS (Knowledge Organi- zation System) sind erste umgesetzte Ideen. Bei diesem Hub-Mapping folgt man der aus dem Transportwesen bekannten Hub-and-Spoke-Architektur, einer stern- förmigen Vernetzung aus einem Zentralknoten (Hub oder Nabe) und Endstellen, die über die Spokes (Speichen) miteinander verbunden sind. Ein zentrales Konzept bei Dagobert Soergels Überlegungen ist, dass alle Reprä- sentationen von Wissen auf regelbasierten Systemen aufbauen müssen. Maschi- nenverständliche Datenstrukturen basieren auf der Prädikatenlogik der ersten Ordnung, genau wie die Erstellung von bibliografischen Datensätzen auf RAK-WB oder AACR2 (oder RDA!). Die Interoperabilität zwischen Systemen soll dann letzt- endlich ein regelbasiertes Backbone-System herstellen, das mehrere (facettierte) Wissensorganisationssysteme verbindet und daraus eine allumfassende Wissens- basis herstellt. Als Beispiel zeigte Soergel eine prototypische Verbindung zwi- schen LCC und einem facettierten Wissensorganisationssystem. Er verwies zudem auf die Entwicklung eines Regel-Austauschformates (Rule Interchange Format = RIF) durch das World Wide Web Consortium (W3C). Ein Standard zum Austausch von Regeln ermöglicht u.a. Datenintegration, -transformation und -ableitung aus verschiedenen Quellen, Austausch und Kombination von Regeln und deren Wie- derverwendung. RIF ist ein gewaltiger Schritt für Semantic-Web-Entwickler und Anwender. Diesen beeindruckenden Eröffnungsvortrag beendete Dagobert Soergel mit einer „Take-Home message“: „Semantics gives powerful systems“.
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.