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Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue44.2010 (Rights reserved)

Themen Bibliotheken 1116 Bibliotheksdienst 44. Jg. (2010), H. 12 lin Core) sowie eine Sicherung der digitalen Langzeitarchivierung, aber auch Ent- wicklungen wie Grid Computing, essentiell. Angesicht der steigenden Relevanz virtueller Forschungsumgebungen sind Bibliothekare für Lauer daher unverzicht- bare Experten im Wissenschaftsprozess. Neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen Bibliotheken und der Wikipedia prä- sentierte Matthias Schindler (Wikimedia) in seinem Vortrag „Der Datengarten. Zur kollaborativen Pflege von Inhalten und Metadaten“. Ausgehend von einer Über- schlagsberechung zu den sehr niedrigen Speicherkosten für die Bereitstellung großer Mengen digitalisierter Bücher zog er den Schluss, dass das Sammeln und Bereitstellen von Werken zukünftig nicht mehr das Zentrum der bibliothekari- schen Arbeit sein könne. Er skizzierte eine Verschiebung der bibliothekarischen Aufgaben zugunsten der Pflege von Metadaten, während die Medien selbst von anderen Anbietern bereitgestellt würden. Das Zentrum der digitalen Bibliothek der Zukunft ist für Schindler in diesem Szenario die Wikipedia als Plattform der kollaborativen Arbeit von Nutzern und Bibliothekaren an Dokumenten und deren Metadaten. Bedingung für das Funktionieren einer solchen zentralen Recherche- plattform sei dabei die kostenlose Bereitstellung der Titeldatensätze durch die Bibliotheken. Wären diese Daten in die Wikipedia integrierbar, könnte der Nutzer bei seiner Recherche direkt zu den relevanten Bibliotheken bzw. Bibliothekskata- logen verwiesen werden. Die zukünftige Rolle der Wikipedia sei damit die einer zentralen Vernetzungsstruktur, eines Sprungbretts zu den Bibliothekskatalogen. Denn die Wikipedia sei, so Schindler, zwar ein guter Ort um eine Recherche zu beginnen, aber mit Sicherheit ein schlechter, um sie abzuschließen. Der Verleger Georg Olms (Hildesheim) ging in seinem Vortrag „Schöne neue Welt – Der Digitalismus und die Verlage. Konsequenzen im 21. Jahrhundert“ auf aktuelle Probleme im Kontext des digitalen Publizierens ein, insbesondere auf die digitale Langzeitarchivierung, Open Access und die Veränderungen des Urheberrechts. Er prognostizierte, dass Open Access in den Geisteswissenschaften auch zukünftig keine nennenswerte Rolle spielen werde und betonte die Qualitätssicherungs- funktion der klassischen Verlage. Der überwiegende Teil der von Bibliotheken er- worbenen digitalen Publikationen, insbesondere E-Books, würde Studien zufolge ohnehin kaum genutzt werden. Dass Bibliotheken dennoch einen Großteil ihres Etats für digitale Produkte aufwenden, erklärte Olms zum einen dadurch, dass die DFG die Digitalisierung stark forciere, zum anderen sieht er hierin einen Aus- druck des Bestrebens nach Modernisierung des bibliothekarischen Berufsbildes. Wie auch immer man zu dieser sichtlich durch verlegerische Interessen gepräg- ten Sichtweise stehen mag: Der Appell, die Nutzung der digitalen wie auch der konventionellen Bestände von Bibliotheken wissenschaftlich zu untersuchen und die Ergebnisse sowie deren Relevanz für die bibliothekarische Erwerbungspolitik
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