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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue43.2009 (Rights reserved)

Themen Bibliotheken 988 Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 10 dungsquote beträgt beachtliche 1.350 Titel. Eine nun folgende intellektuelle Prü- fung von Sachverhalten wie Hamburg-Bezug, unverzichtbare Provenienzen etc. wird in den kommenden Monaten von einem wissenschaftlichen Bibliothekar im Rahmen eines Werkvertrags geleistet. 6. Fazit und Ausblick Im Rückblick auf die Arbeit der vergangenen fünf Jahre lässt sich feststellen, dass die erzielten Projektergebnisse nur durch ein gutes Zusammenspiel verschiedens- ter Kooperationen und methodischer Ansätze sowie eines effizient organisierten Geschäftsgangs möglich waren. Bewährte bibliothekarische Arbeiten wie die Vor- akzession, Inventarisierung und Katalogisierung sind dazu ebenso notwendig wie die Konzeption und technische Umsetzung einer Verlustdatenbank oder innova- tive Methoden eines elektronischen Abgleichs der Verluste mit z.T. heterogenen Angebotsdaten. Die nach der Brandkatastrophe geäußerte Einschätzung, innerhalb von etwa drei- ßig Jahren 70% der zerstörten Ausgaben ersetzen zu können, erscheint nicht un- realistisch (rechnerisch wären bei einem kontinuierlichen Fortschreiten der Arbei- ten noch 25 Jahre erforderlich, um mit ca. 35 000 Titeln dieses Ziel zu erreichen). Für 13,4% der Brandverluste wurde bislang ein Ersatzexemplar erworben, weitere 10 Prozent waren mit einem zusätzlichen Exemplar in der Sammlung vertreten und müssen nicht wiederbeschafft werden. Die gewonnenen Erfahrungen werden aktuell auch in einem Projekt der Biblio- thek genutzt, welches die Bereiche Restaurierung, Digitalisierung, Dokumen- tation und Ersatzbeschaffung gleichermaßen einbindet: die Identifizierung, Restaurierung, Digitalisierung und digitale Ergänzung der Aschebücher.31 Die Re- staurierungswerkstatt für brandgeschädigtes Schriftgut in Legefeld bei Weimar wendet seit Mai 2008 innovativ gestaltete Verfahrensabläufe für die Restaurie- rung stark brandgeschädigter Papiere an, die auf die Anforderungen der massen- haften und weitestgehend objektschonenden Bearbeitung ausgerichtet sind. Der minimal-invasive Eingriff gewährleistet eine uneingeschränkte Bewahrung der Originalsubstanz, der Tinten und Farben. Eingesetzt wird die neu entwickelte stre- ckenweise berührungsfreie Restaurierungstechnologie bei brandgeschädigter Papiersubstanz, die sonst bei geringstem Kontakt zu Asche zerfällt.32 Schätzungs- weise 8.000 der 28.000 Aschebücher können restauriert und für die Benutzung 31 Gefördert von der Vodafone Stiftung Deutschland und der Volkswagenstiftung. 32 Über den Restaurierungsprozess informiert der Kurzfilm „Die Rettung der Weimarer Aschebücher“, einzusehen unter der Adresse http://www.klassik-stiftung.de/ und http://www.klassik-stiftung.de/einrichtungen/herzogin-anna-amalia-bibliothek.html (letzter Aufruf 14. September 2009).
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