Path:
Volume Heft 7

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Bibliotheken Themen Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 7 713 2.2 Auflösung von Bibliotheksbeständen Besitzt ein Bibliotheksbestand in seiner Gesamtheit nur einen geringen ideellen Wert, soll er aufgelöst oder nur in Teilen übernommen werden. Übernommen werden können dabei generell nur solche Bestände, die in das Profil der über- nehmenden Bibliothek passen bzw. einen ideellen Wert besitzen. Bücher und an- dere Medien, die sich durch einen individuellen Charakter oder eine besondere Gestaltung auszeichnen, sind grundsätzlich aufzubewahren. Kriterien dafür sind insbesondere Seltenheit (vor allem im kirchlichen Bereich), Entstehungsprozess (z.B. Besonderheiten im Druck oder in der Einbandgestaltung), Herkunft (z.B. Be- sitzeinträge) und Benutzung (z.B. Glossen oder andere Lesespuren). Diese Merk- male sind in der Regel bereits ungeprüft bei einem Erscheinungsdatum vor 1800 vorauszusetzen. Der ideelle Wert kann sich zudem aus der inhaltlichen Bedeutung für die betreffende Institution, die Region oder die wissenschaftliche Forschung ergeben. Ein weiteres Beurteilungskriterium ist der materielle Wert der Bücher, d.h. es muss festgestellt werden, ob durch deren Verlust ein materieller Schaden für die Einrichtung entstehen würde. Im Falle einer Abgabe oder Makulierung müssen die betroffenen Werke aus even- tuell vorhandenen Inventarverzeichnissen ausgetragen und gegebenenfalls ent- widmet werden. Die entsprechenden Dokumente sollen aufbewahrt werden. 2.3 Ersatzformen Die Erhaltung des Originals hat grundsätzlich Vorrang. Im Einzelfall ist auch eine Ersatzverfilmung bzw. Ersatzdigitalisierung möglich. Eine Ersatzdigitalisierung setzt voraus, dass eine Langzeitverfügbarkeit der Daten sichergestellt ist. Im Fall der Abgabe oder Makulierung kann gegebenenfalls die Zusammensetzung des Bestandes durch Kataloge oder Inventarlisten dokumentiert werden. 3. Aufbewahrungsorte 3.1 Mögliche Aufbewahrungsorte Auf der Grundlage der fachlichen Bewertung kommen insbesondere folgende Modelle für die Aufbewahrung kirchlicher Bibliotheksbestände in Frage: • Bewahrung vor Ort, • Eingliederung in benachbarte kirchliche Bibliotheken (ganz oder teilweise), • Zentralisierung in den Diözesen nach dem Belegenheitsprinzip, • Bildung von Schwerpunktbibliotheken (z.B. nach thematischen Kriterien bei unterschiedlichen Trägern) • Abgabe an kirchliche Einrichtungen außerhalb Deutschlands.
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.