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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Themen Benutzung 602 Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 6 Die Vortragenden begrüßten einhellig die bisherigen Ergebnisse von COUNTER, insbesondere was die Vergleichbarkeit der Daten und Standardisierung der Defi- nitionen angeht. Der Vergleich der vier Anbieter zeigte, dass der Teufel im Detail steckt. Während Thomson Reuters bei „queries“ auch Alerts berücksichtigt, ist dies bei den von COUNTER definierten und grundsätzlich vergleichbaren „searches“ nicht der Fall („scientific intellectual query“). Es wurden auch Verbesserungsvor- schläge ausgesprochen und methodische Probleme herausgegriffen. So sahen einige Anbieter durchaus noch Nachbesserungsbedarf bei den Standards für Da- tenbanken. Als Problemfeld wurde angesprochen, dass Geschäftsmodelle nicht ausreichend berücksichtigt würden. So bietet z.B. Springer insgesamt ca. 32.000 E-Books an, von denen die Kunden jedoch nur bestimmte Pakete und Copyright- Jahre kaufen. Die Statistikdaten werden aber gemäß COUNTER nicht paket- son- dern nur anbieterbezogen angeboten und können dadurch ein verzerrtes Bild liefern. Auch das Thema der Dokumentgröße und die daraus resultierende Ver- gleichbarkeit wurde in der Diskussion aufgegriffen. Auf den ersten Blick scheint dies im Zeitschriftenbereich (= Erhebung der Downloads von Artikeln) anders zu sein als bei E-Books (= Erhebung der Zugriffe auf Kapitel). Durch die unterschied- liche Erscheinungsfrequenz von Zeitschriften kann aber auch hier die Zahl der Artikel pro Jahr deutlich variieren, sodass das Argument der „typischen“ Artikel- länge nicht trägt. Generell sprachen auch die Anbieter die Aufforderung an die Bibliotheken aus, sich stärker bei der Weiterentwicklung von COUNTER zu engagieren. In Bemerkungen aus dem Plenum wurde kritisiert, dass Springer nur recht wenige Reports zur Verfügung stelle. Die Teilnehmer bewerteten es besonders positiv, dass fast alle anwesenden Anbieter über die von COUNTER geforderten Reports hinausgehen. Im Zusammenhang mit den wachsenden Anforderungen des Re- lease 3 wurde die Frage gestellt, ob die Anbieter diesen Service auch zukünftig leisten könnten. Dies wurde von EBSCO, Thomson Reuters und Wiley-Blackwell zugesagt, während sich Springer zurückhaltend äußerte. Aus Sicht von Springer wäre es durchaus vorstellbar, die Bibliotheken stärker in die Pflicht zu nehmen. So könnten die Bibliotheken selbst die Erhebung gewünschter Daten übernehmen; alternativ könnten anbieterseitig weitere Daten – kostenpflichtig – zur Verfügung gestellt werden. Diese Vorschläge wurden von den Teilnehmern sehr kritisch auf- genommen, da den Möglichkeiten der Kunden bezüglich der erhebbaren Daten durchaus Grenzen gesetzt seien und sich die Angebote z.T. schon im hochpreisi- gen Spektrum bewegen, weshalb die Akzeptanz weiterer Kosten kaum realistisch erscheine.
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