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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Erschließung Themen Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 5 535 Soziale Funktionen Mit der Möglichkeit, persönliche Literaturlisten ganz oder in Auswahl für andere zur Einsicht zu öffnen, verbindet sich die Hoffnung, mit dem Katalog 2.0 das Teilen von Wissen, das gemeinsame Erforschen von Zusammenhängen sowie virtuelle Gespräche darüber zu stimulieren.22 Der Nutzen von entsprechenden Funktionen im Katalog 2.0, der sich damit an populäre Social-Bookmarking-Dienste wie deli- cious oder Mister Wong anlehnt, erschloss sich den TeilnehmerInnen in den be- luga-Fokusgruppen nicht. Vielmehr dominierten Befürchtungen: Lehrende fürch- ten die Erwartungen an Aktualität und Umfang ihrer Listen, Studierende wollen ihre bisweilen mühevollen Rechercheergebnisse nicht ohne weiteres für andere zur Verfügung stellen. Gleichzeitig wurde jedoch auch die grundsätzliche Neu- gierde der Befragten auf die Listen anderer Personen deutlich – ein Phänomen, das auch in allgemeinen Studien zu Haltungen von Studierenden zu Web-2.0- Diensten deutlich wird.23 Möglicherweise ist der Katalog 2.0 auch für das Teilen von bibliografischen Informationen nicht der beste Ort (s. Abschnitt Tagging und „user-generated content“). Eine sinnvolle Alternative dazu scheint die Einrich- tung von Informationsknoten zu Seminarthemen zu sein, in denen Literaturlisten, passende bibliografische Datenbanken, Kontaktpersonen und andere Ressour- cen zusammengefasst werden: Die Idee, sogenannte „Course Hubs“ anzubieten, sorgte für Begeisterung bei den Testpersonen in der kanadischen Studie, die sich zudem auch vorstellen konnten, in diesem Zusammenhang der Erstellung von Li- teraturlisten zu partizipieren. Möglicherweise lässt sich so die soziale Nutzung des Katalogs 2.0 stimulieren. Fazit In gewisser Weise geben die hier vorgestellten Ergebnisse den Skeptikern des Ka- talogs 2.0 Recht, die vor der Orientierung an einer „Informationselite“ gewarnt haben.24 Insbesondere potenziellen sozialen Funktionen des Katalogs 2.0, also die Erstellung von und die Öffnung von eigenen Inhalten, die in einschlägigen Web-2.0-Communities und Social-Bookmarking-Diensten praktiziert werden, scheinen auf wenig Akzeptanz zu stoßen. Dieses Ergebnis enttäuscht die Hoff- 22 Vgl. dazu Lankes, David R.: Participatory networks : the library as a conversation. URL: http://iis.syr.edu/projects/PNOpen/ParticiaptoryNetworks.pdf 23 So zum Beispiel in Bezug auf das Verhältnis von Nutzung von und Mitarbeit an der Wikipedia, dokumentiert bei Kleimann, Bernd; Özkilic, Murat; Göcks, Marc: Studieren im Web 2.0 : Studienbezogene Web- und E-Learning-Dienste. HIS-Projektbericht, November 2008. URL: https://hisbus.his.de/hisbus/docs/hisbus21.pdf 24 Vgl. dazu Heller, Lambert: Katalogentwickler-Perspektiven, Reflexionen 2.0, deutscher Gesamtkatalog im Web – meine Highlights der GBV-Verbundkonferenz 2007. URL: http://log.netbib.de/archives/2007/09/13/gbv-verbundkonferenz-2007/
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