Path:
Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue43.2009 (Rights reserved)

Bibliotheken Themen Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 5 511 Claudia Lux unterstrich in ihrem Vortrag „Die digitale Bibliothek als gesellschaft- liche Herausforderung“, dass durch die IT-Revolution die Bibliotheken in eine neue Welt transferiert würden, in der sie sich nur noch sehr begrenzt unabhängig ent- wickeln könnten. Sie seien vielmehr gezwungen, Netzwerke und Partnerschaften zu bilden. Im gesellschaftlichen Kontext genieße die digitale Bibliothek ein besse- res Ansehen als die traditionelle Bibliothek. Das sei eigentlich kein Widerspruch, denn die digitale Bibliothek brauche Fläche und diese ziehe auch Menschen an. Ein weiteres Thema war das Streben nach einem ausgewogenen Interessensaus- gleich beim Urheberrecht. Hier erwiesen sich Vertragsvereinbarungen zwischen Bibliotheken und Verleger nicht immer als unkompliziert. Hier böte die IFLA Unterstützung. Auch haben sich Nationallizenzen für viele Länder bewährt. Die Forderung nach Nationallizenzen bringt die Bibliotheken auf die Tagesordnung. Nationalbibliotheken sind wegen der Nähe zur Politik besonders gefragt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Datenskandale spiele der Datenschutz eine zunehmen wichtigere Rolle. Denn Bibliothekare müssten aktiven Datenschutz betreiben. Katalog und Nutzerdaten dienten einzig und allein dazu, den Weg zum Werk zu ermöglichen. Der Themenblock I stand unter dem Motto „Der Aufbau von Infrastrukturen in der globalen Wissensgesellschaft“, moderiert von Thomas Bürger, Sächsische Landes- bibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden. Er verwies unter ande- rem darauf, dass wir aufpassen müssten, in den verschiedenen Entwicklungspro- zessen nicht mitgestaltet zu werden, sondern mitzugestalten. Wir dürften nicht den Fehler der Automobilindustrie machen: „Stellen Sie sich vor“, so Bürger, „Sie müssten zu Obama. Das könnte uns auch passieren.“ Irina Sens, TIB Hannover, stellte unter dem Titel „Exzellenzen durch Kooperati- on: Das Beispiel der Deutschen Zentralen Fachbibliotheken“ kurz die TIB vor, die 2009 ihr 50-jähriges Bestehen feiert und mit einem Bestand von rund 6 Millionen Medieneinheiten sowie rund 18.000 Abonnements laufend gehaltener Fachzeit- schriften heute als wohl die weltweit größte Spezialbibliothek gelte. Ein weiteres Thema war Goportis (www.goportis.de), der gemeinsame Service der drei Deut- schen Zentralen Fachbibliotheken TIB, ZB MED und ZBW. Anschließend folgte der temperamentvolle und kurzweilige Vortrag „Synergie durch Kooperation: Beispiele aus den arabischen Ländern“ von Sohair F. Wasta- wy, Bibliotheca Alexandria, Ägypten. Ihre These, dass eine Nation, die nicht lese, ein Risiko darstelle, unterstrich sie mit drei Fakten: Nur einer von 700 Ägyptern lese eine Zeitung. Jeder 85. Ägypter lese ein Buch. Die Internetdurchdringung im mittleren Osten liege mit unter 45 Prozent noch unter der Afrikas mit ca. 51 Pro- zent. Deshalb komme dem Digitalisierungsprojekt www.alyaseer.net (leider nur auf Arabisch verfügbar) eine besondere Bedeutung zu. In diesem Projekt werden 100.000 Bücher zur Geschichte Ägyptens digitalisiert.
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.