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Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Aus der BID 376 Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 4 Aus den Verbänden dbv Börsenverein plant Musterprozess: dbv unterstützt Position der UB Würzburg Die Anwendung einer neuen Urheberrechtsregelung (Wiedergabe von Werken an elektronischen Leseplätzen in Bibliotheken) durch die Universitätsbibliothek Würzburg soll Grundlage eines Musterprozesses, finanziert durch den Börsenver- ein des Deutschen Buchhandels, werden. Der Deutsche Bibliotheksverband un- terstützt die Auffassung der Bibliothek, dass eine Digitalisierung und Bereitstel- lung eigener Bestände auf bibliotheksinternen Leseplätzen für registrierte Nutzer ohne vorherige Genehmigung durch den Verlag möglich sein muss. Die UB Würzburg wendet seit Kurzem § 52b UrhG an und digitalisiert gefragte, gedruckte Lehrbücher aus dem eigenen Bestand, um sie ausschließlich in den Räumen der Bibliothek an elektronischen Leseplätzen ihren registrierten Nutzern zugänglich zu machen. Durch einen unvorhersehbaren technischen Fehler war es an wenigen Tagen möglich, eingestellte Werke von den Leseplätzen herun- terzuladen. Dieser Mangel wurde unmittelbar nachdem er entdeckt worden war abgestellt – und zwar noch vor der Abmahnung durch den Verlag C. H. Beck. Die UB ist daher in diesem Punkt der Forderung nachgekommen und hat die Unter- lassungserklärung abgegeben. Umstritten bleibt jedoch die Frage, ob eine Bibliothek vor jeder Digitalisierung prü- fen müsse, ob ein Verlag bereit ist, einen Vertrag über die elektronische Nutzung des jeweiligen Werkes abzuschließen. Die Universität Würzburg und der Deutsche Bibliotheksverband sind der Auffassung, dass sie hierzu nicht verpflichtet ist. Dies würde den praktischen Nutzen der Schrankenbestimmung in § 52b massiv ein- schränken und deren Sinn – die digitale Bereitstellung von Büchern des eigenen Bibliotheksbestandes – zuwider laufen. „Eine Pflicht zur vorhergehenden Prüfung und Verhandlung würde das vom Gesetzgeber neu eingeführte Nutzungsprivi- leg entwerten. Sie wäre völlig vage, könnte zu langfristigen Verzögerungen der Nutzungsmöglichkeiten für die Bibliotheken führen und sie u.U. sogar gänzlich verhindern“, erklärt die Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbandes, Prof. Dr. Gabriele Beger. Weitere Informationen enthält die dbv-Stellungnahme unter: http://www.bibliotheksverband.de/stellungnahmen/stellungnahmen.html
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