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Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Aus der BID Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 4 373 Die Bibliotheken sind zumindest langfristig besonders gefährdet. Für einige Re- gionen (z.B. das Ruhrgebiet) kann das einen Kahlschlag bedeuten, da dort schon früher ein Abbau durchgesetzt wurde. 3. Wie ist die Situation im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft? Welche Folgen für die wirtschaftliche Situation der Kreativen sind derzeit schon sichtbar oder absehbar? Dazu können wir leider nur wenig Aussagen machen. Wenn die Kreativen weniger eigene Ressourcen zur Verfügung haben, die sie für ihre Arbeit brauchen, könnten sie vermehrt versuchen, sich im meistens kostenlosen Angebot von Bibliotheken zu bedienen, weil sie sich selbst viele Medien nicht mehr leisten könnten, die sie für ihre Arbeite benötigen. 4. Welche Auswirkungen sind bereits jetzt bei Spenden und Sponsoring zu beobachten, welche erwarten Sie zukünftig? Wie gestaltet sich die Situation der privaten Stiftungen? Bei den Sponsorenmitteln gibt es schon unmittelbar negative Tendenzen. Ent- sprechend einigen Rückmeldungen gehen sie deutlich zurück. Vor allem gibt es deutliche Rückgänge bei Neuverpflichtungen im Sponsoring-Bereich, da Spon- sorgelder ja als Werbeausgaben geltend gemacht werden; die Werbeetats der Firmen scheinen deutlich zurückzugehen. z.B. könnte bei den wissenschaftlichen Bibliotheken der Ankauf hochpreisiger Einzelwerke (z.B. auf Auktionen) und gan- zer Sammlungen, die zumeist zusammen mit Privaten (Mäzenen oder Sponsoren) finanziert werden, zusammenbrechen. In Deutschland gibt es keine Stiftungen, die Bibliotheken breit und systematisch fördern. Mein Eindruck ist, dass die Sparkassen-Stiftungen – die sich ja oft für Bibliotheksprojekte engagieren – nicht betroffen sind. Auswirkungen wie in den USA erwarten wir deshalb nicht. 5. Gibt es Hinweise auf ein verändertes Nutzerverhalten beim Besuch kultureller Einrichtungen oder bei der Inanspruchnahme bzw. beim Kauf kultureller Produkte und Leistungen bzw. erwarten Sie zukünftig ein verändertes Nutzerverhalten? In Krisenzeiten erhöht sich die Nutzungsfrequenz von Bibliotheken durch mehr Besucher und höhere Entleihzahlen. Wichtig ist, dass gerade dann die Leistungs- fähigkeit der Bibliotheken durch Etatkürzungen nicht beeinträchtigt wird. Ein gutes Beispiel ist eine bayerische Kommune, die den Erwerbungsetat ihrer Biblio- thek erhöhte, als ein großes ansässiges Werk geschlossen wurde. Für die aktuelle Situation in Deutschland liegen uns keine Erkenntnisse vor, in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien z.B. ist jedoch ein ganz klarer Trend zur verstärkten Nutzung von Bibliotheken zu beobachten. Hier werden seit Ausbruch der Krise mit dem dritten Halbjahr 2008 Nutzungssteigerungen bis zu zwei- stelligen Zuwachsraten verzeichnet. Die Menschen wenden sich verstärkt der
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