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Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Aus der BID 372 Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 4 bisher nicht zu den Pflichtaufgaben der Kommunen gehören. Dieses Szenario er- gibt sich aufgrund von Erfahrungen bei früheren Finanzkrisen bzw. Phasen der durchgreifenden Haushaltskonsolidierung. Es gab leider immer wieder Phasen, wo die kommunalen Bibliotheken den Zufälligkeiten kommunaler Haushalts- autonomie überlassen wurden. Auch in den wissenschaftlichen Bibliotheken droht die Krise die Etats für Erwer- bungen und Lizenzen zu beschneiden, am stärksten wahrscheinlich in nicht so wohlhabenden und kleineren Bundesländern. Folge: Die Unis werden schwächer z.B. in ihrer Lokomotiv-Funktion für Wirtschaft und Technik in ihrem Einzugsgebiet, Auch die wissenschaftliche Produktivität, auf die Deutschland so stark angewiesen ist, wird leiden. Die wissenschaftlichen Bibliotheken nehmen auch kulturelle Funkti- onen wahr wie Bewahrung/Erschließung/Erhaltung/Präsentation wertvoller über- lieferte Sammlungen, Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich, Mitarbeit an Forschungsprojekten. Diese Aufgaben sind in den meisten wissen- schaftlichen Bibliotheken nicht etat-finanziert, sondern laufen meistens über Son- dermittel oder Sponsoring. Diese werden nachlassen, und damit wäre die Rolle der wissenschaftlichen Bibliotheken als Einrichtungen des kulturellen Gedächtnisses gefährdet, auch ihre Aufgabe, die Aufmerksamkeit des Bürgers auf die kulturelle Überlieferung seines Landes und von dessen Kultur zu richten. Offenbar werden die erwarteten Nachtragshaushalte der Länder schon Ein- schnitte in die Mittel für die wissenschaftlichen Bibliotheken bringen, eventuell auch für Landesmittel für kommunale Bibliotheken, wo diese überhaupt noch gezahlt werden. Investitionen für Bibliotheken (z.B. Gebäude, Bücherbusse) gehören dazu. Nach dem Wegfall der HBFG-Finanzierung wäre es dringend notwendig, Sanierungs- arbeiten an den Gebäuden und Neuinvestitionen auch der wissenschaftlichen Bibliotheken über das Konjunkturpaket II zu finanzieren. Insofern kann es in die- sem Bereich zur Zeit sogar vorübergehende positive Entwicklungen kommen; allerdings ist die Konkurrenz der diskutierten Projekte sehr groß. Positive Aus- wirkungen können wir uns auch im Bereich der Schulbibliotheken vorstellen, da hier eventuell Mittel des Konjunkturförderprogramms II für Neugründungen ver- wendet werden können. Die Folgekosten müssen natürlich mitgedacht werden. Auch die Wählerinnen und Wähler erwarten heute keine Geschenke, die auf Kosten kommender Genera- tionen verteilt werden, sondern sinnvolle Ausgaben. 2. Ist nur der privatwirtschaftliche Kulturbereich betroffen oder auch der öffentlich finanzierte Bereich? Welche Kulturbereiche sind in besonderer Weise betroffen oder gefährdet? s.o. Alle Bereiche, die zu den freiwilligen Aufgaben der Kommunen gehören!
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