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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Themen Erschließung 286 Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 3 6.1 Eine urheberrechtsbasierte Lizenz? OCLC wurde schon verschiedentlich um eine Stellungnahme zu der Frage ge- beten50, ob die Policy auf Urheberrechtsansprüchen basiert, eine Antwort steht aber immer noch aus. Da es hier vor allem um US-amerikanisches Urheberrecht geht, Urheberrechtsfragen meist sehr komplex sind, der Autor dieses Artikels kein Jurist ist und es sich hier auch noch um eine rechtliche Grauzone handelt, sollen an dieser Stelle nur einige Fakten zusammengetragen werden. • OCLC hat schon mehrmals das Urheberrecht auf WorldCat als digitale Samm- lung registriert.51 • Ob jemand ein Copyright auf einzelne bibliografische Datensätze oder auf Teile eines Datensatzes haben kann, ist bisher ungeklärt und Gegenstand zahlreicher Diskussionen.52 • Nach Ansicht des Juristen Robert C. Richards entspricht der Wortlaut der Policy gängigen Copyright-Lizenzen.53 • Offensichtlich versuchte OCLC schon Anfang der 1980er Jahre, das Urheber- recht auf WorldCat-Datensätze zu deklarieren – und scheiterte.54 Ganz egal, ob OCLC ein Urheberrecht auf einzelne WorldCat-Datensätze oder auf die WorldCat-Datenbank im Allgemeinen beansprucht, der Bibliothekswelt steht eine spannende Diskussion über den Status der von ihr produzierten Metadaten bevor.55 50 Zum Beispiel von Richard Wallis (vgl. http://community.oclc.org/metalogue/archives /2008/11/notes-on-oclcs-updated-record.html#comment-844). 51 Diese Information findet sich in der Copyright-Datenbank der Library of Congress. Einfach unter http://cocatalog.loc.gov eine Titelsuche nach „OCLC online bibliographic database“ aufgeben. Vgl. Richards (2009 b). 52 Vgl. etwa diese Diskussion zum Urheberrecht auf bibliografische Daten im US- amerikanischen Raum auf liblicense: http://www.library.yale.edu/~llicense/ListArchives/0901/msg00115.html und http://www.library.yale.edu/~llicense/ListArchives/0902/msg00000.html sowie die jeweiligen Antworten. Schon in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es offensichtlich „numerous debates … about the legality of [OCLC Inc.] copyrighting member records.“ Siehe http://www.bookism.org/open/2007/04/02/open-data-what-would-kilgour-think/. 53 Vgl. Richards (2009 a). 54 Vgl. http://www.opencontentalliance.org/2008/11/05 /new-oclc-records-policy-generates-debate/#comment-16. 55 Ironischerweise wird also jener Berufsstand, der sich den kostenlosen Zugang zu Schriften für jede Bürgerin auf die Fahnen geschrieben hat, darüber diskutieren, ob die von ihr selbst produzierten Metadaten frei zugänglich sein sollen.
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