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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Themen Erschließung 282 Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 3 Diese Auffassung, dass die jahrzehntelangen Investitionen von Bibliotheken, Bi- bliothekaren und OCLC-Mitarbeitern in den WorldCat sich jetzt und in Zukunft rechnen müssten, ist häufig zu vernehmen und wird noch häufiger kritisiert. Sie ist – neben der „Web Scale“-Strategie OCLCs – der Hauptgrund für die Forderung nach einer solchen Policy. 5. Die Kritik an der Policy In diesem Abschnitt werden die umstrittenensten Klauseln der „Policy for Use and Transfer of WorldCat Records“ genauer betrachtet und die Kritik an ihnen erläu- tert.36 5.1 Kritik am Zustandekommen der Policy Wie aus der Darstellung des Entstehungsprozesses der Policy ersichtlich ist, gibt es genug Gründe, diesen Prozess zu kritisieren. Der Verdacht liegt nahe, dass OCLC ursprünglich vor hatte, die Policy ohne großes Aufsehen „durch die Hintertür“ ein- zuführen. So wurde die Policy weder in Kommunikation mit seinen Mitgliedern verfasst noch war der Entstehungsprozess transparent. Erst ein vorzeitiges Durch- sickern von Informationen sowie ein Aufruhr in der Blogosphäre führten zu einer öffentlichen Diskussion der Policy und schließlich zur nun stattfindenden Konsul- tation der Mitglieder und anderer von der Policy Betroffener. 5.2 Die OCLC-Policy als rechtswirksames Dokument Ein grundlegender Unterschied im Wesen des Regelwerks für den Umgang und den Transfer mit WorldCat-Metadaten ist, dass die bestehenden unverbindlichen Richtlinien („Guidelines“) durch ein rechtlich bindendes Dokument ersetzt wer- den sollen, auf dessen Basis theoretisch Mitglieder rechtlich belangt werden kön- nen. Wie Tim Spalding es formuliert: “The Policy transforms WorldCat in many the commons,“ it is appropriate to regulate the use of the commons.” Vgl. Calhoun (2008c). Der Vergleich indes ist völlig verfehlt: Die Commons in Hardins Artikel [vgl. Hardin (1968)] sind wirkliches Allgemeingut und nicht – wie der WorldCat – im exklusiven Besitz einer Gruppe, es ist schlichtweg sprachlich falsch, von den „Commons einer Gruppe“ zu sprechen. Außerdem ist die Pointe von Hardins Artikel, dass er über die Nutzung natürlicher Ressourcen verhandelt, d.h. über knappe Güter, wozu digitale Daten eben nicht gehören: Das wiederholte Kopieren und Verbreiten eines Datensatzes schränkt die Nutzbarkeit dieses Gutes durch andere nicht ein, weshalb es aus dieser Sicht keinen Grund gibt, die Weitergabe von digitalen Daten zu regulieren. 36 Für eine umfangreiche Sammlung von Kritikpunkten an der Policy, die diesem Abschnitt als Hauptvorlage diente, vgl. Spalding (2009).
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