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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Ausland Themen Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 3 251 den Bibliotheksalltag auf der Tagesordnung. Während die „European Commission of Preservation and Access“ gerade ihre Auflösung beschlossen hat, verbessern sich in Deutschland auf der politischen Ebene mit der Gründung der „Allianz zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts“ und auf der Arbeitsebene mit den Ex- pertengruppen beim Deutschen Bibliotheksverband gerade die institutionellen Rahmenbedingungen unserer Arbeit. Dies gilt auch für die Ausbildung der Res- tauratoren: Dem Studium der Restaurierungswissenschaft, wie es in Deutschland (Hildesheim, Köln, Stuttgart, außerdem in München), Österreich (Wien) und der Schweiz (Bern) absolviert werden kann, wurde starke Beachtung gezollt. Eher ungewöhnlich für die chinesischen Gesprächspartner, die selbst in ihren Biblio- theken und Archiven große, gut funktionierende Restaurierungswerkstätten (für chinesische Bücher) betreiben, war die in Deutschland mittlerweile herrschende Sitte, mit frei schaffenden Restauratoren und Dienstleistern zusammenzuarbei- ten, um so die Ergebnisse der Arbeiten mit Hilfe von spezialisierten und qualifi- zierten Partnern zu optimieren. Ethik und Ästhetik in der Buchrestaurierung war ein weiteres, durchaus kontro- vers diskutiertes Thema. Hier scheinen sich im Moment noch einige Divergenzen aufzutun: Während der Vortragende eher zur Zurückhaltung bei Restaurierungen, die ja starke Eingriffe in die Originalsubstanz unserer Bücher bedeuten, riet (Stich- wort: „Minimalintervention“), waren die chinesischen Gesprächspartner (ebenso wie manche unserer europäischen Nachbarn, z.B. die polnischen Restauratoren) eher bereit zu einer radikalen Erneuerung der Artefakte. Daher wurden der „Code of Ethics“ und die „Venice Charta“ ausgiebig diskutiert2. Auch die Themen Nor- mung und Internationale Standards, wie z.B. DIN ISO 11799 „Storage requirements for archive and library materials“ und Planungen zu Notfallvorsorge und Katastro- phenmanagment wurden behandelt. Standards und Normen bei der Mikroverfilmung und Digitalisierung sowie der Erhalt von audiovisuellem Material (Schallplatten, Kassetten, Magnetbänder, CD und DVD) leiteten schließlich nahtlos zur Langzeitarchivierung digitaler Daten über und damit zum Thema des zweiten Referenten, Thomas Stäcker, nämlich der Digitalisierung, der der zweite Tag gewidmet war. Es war zwar spürbar, dass es in Kanton bislang noch wenig einschlägige Initia- tiven gibt und man sich noch am Anfang der Entwicklung befindet, doch war die Diskussion außerordentlich rege. Die einschlägigen, mit Digitalisierungspro- jekten verbundenen Probleme wurden bereits gesehen. Fragen gab es zur be- standsschonenden und effizienten Digitalisierungstechnik (z.B. zur Funktion des Wolfenbütteler Buchspiegel und der Grazer Buchwippe), zur Datenablage bzw. Langzeitarchivierung und Präsentation der Daten, zur Erschließung bzw. Meta- 2 http://www.international.icomos.org/e_venice.htm; http://aic.stanford.edu/pubs /ethics.html
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