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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 43.2009 (Rights reserved)

Ausland Themen Bibliotheksdienst 43. Jg. (2009), H. 3 243 The en Die Bibliothek der Tulane University in New Orleans Gernot U. Gabel Als im Herbst 2005 der Wirbelsturm Katrina weite Teile der Stadt New Orleans überschwemmte, war auch der Campus der Tulane University betroffen. Die Uni- versitätsleitung musste die Studierenden für ein Semester nach Hause schicken, um die Sanierungsarbeiten großflächig durchführen zu können. Die Traditions- universität – Tulane wurde vor genau 175 Jahren gegründet – bat ihre Absolventen und Förderer um Spenden, und vor wenigen Monaten konnte das Rektorat der Presse erfreut mitteilen, dass der „fund drive“ mehr als 700 Millionen Dollar an Spendengeldern eingebracht hatte. Die Universität Die heutige Großstadt New Orleans, international bekannt als Wiege des Jazz, wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts an der Mündung des Mississippi gegründet und prosperierte schnell als Handelszentrum. Zunächst von Spanien und Frank- reich beherrscht, wurde das riesige Louisiana-Territory 1803 von Napoleon an die Vereinigten Staaten verkauft. Die folgenden Jahrzehnte gelten als goldenes Zeit- alter der Hafenstadt, die mit dem Aufschwung des Zucker- und Baumwollhandels zu Wohlstand kam. Aber die Ansiedlung, in der ein buntes Völkergemisch lebte, hatte eine schlecht funktionierende Stadtverwaltung, die sowohl die Trinkwas- serversorgung wie das Abwassersystem vernachlässigte, und daher wurden die Einwohner sporadisch von Seuchen wie Typhus und Geldfieber heimgesucht. Außerdem galt die medizinische Versorgung als unzureichend, und aus Mangel an sachkundiger Aufsicht praktizierten manche Quacksalber in der Stadt. Der Verbesserung der medizinischen Ausbildung nahm sich schließlich eine Gruppe junger Ärzte an, als sie 1834 ein Medical College in New Orleans gründeten. Die privat finanzierte Ausbildungsstätte – die zweitälteste Hochschule für Mediziner in den amerikanischen Südstaaten – öffnete ein Jahr später ein kleines Kranken- haus, in dem die praktische Unterweisung stattfand. Ab 1838 wurden auch Kurse für Pharmazeuten angeboten. Die Finanzierung des College allein aus Spenden und Studiengebühren erwies sich aber auf Dauer als schwierig, und als 1847 das Parlament des Staates Louisiana einen Gesetzesentwurf für eine „University of Louisiana“ vorlegte, nahm man diesen Vorgang gern zum Anlass, um das Medi- cal College als medizinische Fakultät in die neue Hochschule zu integrieren. Im selben Jahr nahm auch eine juristische Fakultät ihren Lehrbetrieb auf, und 1851 wurde zudem eine geisteswissenschaftliche Abteilung eröffnet. Aber die Finanzierung dieser Universität aus dem Steueraufkommen des Staa- tes Louisiana war völlig unzureichend – die Professoren mussten ihr Gehalt mit
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